KRITIK

1 1/2 Ritter

2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Es gibt zwei Sorten von Menschen in Deutschland. Diejenigen, die Til-Schweiger-Filme mögen, und die anderen, die am liebsten vor ihnen davonlaufen würden. Der Graben zwischen ihnen ist trennender und kälter, als es die Berliner Mauer war, und eine Vereinigung ist nicht in Sicht. Auch Schweigers Komödie als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent wird wieder bloß spalten statt versöhnen, das ist die schlechte Nachricht. Gute gibt es nicht.

Der Film, eine Parodie aufs Lanzengenre, wirkt ein bisschen so, als wollte der gute Til zwischen den sagenhaft verpuffenden Pointen mal vorführen, welche Promis er so kennt. Einmal wird sogar der 105-jährige Johannes Heesters durchs Bild getragen und spricht unverständliche Sätze.

Thomas Gottschalk ist auch dabei, er heißt hier König Gunther und wirkt, als hätte er eine Überdosis Gummibärchen intus. Dieter Hallervorden spielt einen Pferdeverkäufer, Hannelore Elsner eine Hexe und Roberto Blanco einen Neger. Nichts Neues im deutschen Film also.

Und Schweiger selbst? Der bürstet radikal bis schonungslos das eigene Image gegen den Strich und gibt einen tapferen Ritter, der so schüchtern ist, dass er in Gegenwart der von ihm angehimmelten Prinzessin Herzelinde (Julia Dietze) nur dummes Zeug stammelt.

Wobei – angeblich ist das gar nicht so weit entfernt vom wahren Til. Schweiger hat nämlich gerade einer bunten People-Postille ein Interview gegeben, das seinen bespöttelnswert langweiligen Film an Unterhaltungswert und Witz um Kilometerlängen überbietet, und in dem man nicht nur erfährt, dass der Mann im mündlichen Abi versagt hat, sondern auch, welche Wirkung sein Oralsex-Tabubrecher-Film „Keinohrhasen“ hatte. Er sei sicher, sagt Schweiger, und damit wollen wir kommentarlos schließen, „dass `Keinohrhasen` dazu beigetragen hat, das Sexualleben der Deutschen zu verbessern, vor allem das der Frauen“.



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INHALT

Herzelinde, die Tochter des ehrenwerten und weisen Königs Gunther, wird von niemand geringerem, als dem hinterlistigen Luitpold Trumpf entführt. Um sie wiederzubekommen, beauftragt der König Ritter Lanze und Ritter Erdal (mit türkischem Migrationshintergrund), seine geliebte Tochter wieder zu finden. Zunächst kann das ungleiche Paar wenig miteinander anfangen und löst auf seiner Suche ein Chaos nach dem nächsten aus. Nachdem die beiden sich schließlich zusammenraufen, hilft Erdal seinem starken, aber schüchternen Freund sogar, seinen letzten Makel, seine Jungfräulichkeit, zu überwinden.
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Eure Kritiken zu 1 1/2 Ritter

  1. Udo

    Ich war neugierig, wollte sehen, wie Til in Ritterrüstung mit Rick Kavanian harmoniert. Das Ergebnis ist ein destaster. Wenn dafür die Filmförderung in Deutschland Geld ausgibt, weiß ich nicht, wie viele verbundene Augen an den wichtigen Positionen auf ihrem Stuhl kleben. Bekommt man alles im Kino unter, wenn man Til Schweiger heißt? Wer liest eigentlich die Drehbücher. Was für ein kindlicher Schwachsinn dieser Film ist. Dafür sollte man besser kein Geld ausgeben. Ich habe es getan und bitter bereut.

  2. Piet

    3 Gags, überzeugende Ausstattung, etliche Tonfehler. Ohne Rick Kavanian wäre das ein Desaster geworden, so ist es eine schlechte deutsche Parodie.

  3. Christian

    „Ich geh mir mal mein Schwert schärfen. Waas? Na, die Lunte polieren. Aaah, Du gehst dir mal die Lanze schmirgeln? Genauu! Dialoge auf diesem Niveau gibt es zuhauf in Til Schweigers neuem Film. Wer das sehen will, sollte eine Kinokarte lösen. Alle intelligenten Kinogänger sollten einen großen Bogen um diesen Film machen.

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