DVD / BLU-RAY TIPP

Zeder

Der angehende Schriftsteller Stefano (Gabriele Lavia) gelangt in den Besitz einer Schreibmaschine. Auf dem Farbband des guten Stücks entziffert Stefano einen Brief, den der Vorbesitzer mit der Maschine geschrieben haben muss. Der mysteriöse Inhalt über die aufgehobene Grenze zwischen Leben und Tod weckt Stefanos Neugier. Er beginnt, der Frage auf den Grund zu gehen, was sich dahinter verbirgt. Dadurch gerät er in einen Strudel aus übersinnlichen Experimenten, einer im geheimen arbeitenden Organisation und den erschreckenen K-Zonen hinein, an denen Tote wiederauferstehen sollen.

Pupi Avatis Rätselfilm kennt nur eine Richtung. Die Hauptfigur Stefano wird im Glück trauter Zweisamkeit mit Freundin Alessandra (Anne Canovas) eingeführt. Ausgerechnet ein Geschenk von ihr stößt die Reise an, die Stefano unaufhöhrlich in die Dunkelheit der Regionen hineinschickt, die dem Verstand verborgen bleiben müssen. Langsam fügen sich die Bedeutungsebenen zusammen, die allem einen übernatürlichen Anstrich verleihen. Geschickt arbeitet Avati in der Frühphase des Films lediglich mit symbolischen Andeutungen. So trifft Stefano bei seinen Recherchen beispielsweise auf eine blinde Frau, die in der Dunkelheit ihres Hauses sitzt, so dass nur ihre Füße sichtbar sind. Was auf einer rationalen Ebene sogar Sinn ergibt – für die Frau ohne Sehkraft spielt es selbst keine Rolle, ob es hell oder dunkel ist – wirkt auf der Ebene der Bildkomposition ebenso unheimlich wie mysteriös. Die Blinde verschwindet fast vollständig im Schatten der Zimmerwand und schält sich mit bedrohlicher Intensität aus ihm heraus. Hier deutet Avati an, dass nicht nur der Prolog mit Horrorthemen arbeiten wird.

Die subtile Steigerung des Horrorpotentials passt perfekt zur Rätselhaftigkeit des Films, der den Verstand der Hauptfigur und mit ihm den des Zuschauers herausfordert. Paranoia, Albtraum und übersinnliche Motive verbinden sich zu einem immer dichter werdenden Angstcocktail, aus dem es kein Entrinnen gibt. So ist es dann auch konsequent, dass „Zeder“ nur oberflächliche Auflösungen für die Rätsel anbietet, der Albtraum aber hat kein Ende. Auch nicht wenn der Film vorbei ist.

Bildqualität

Das Bild der DVD vermag zu überzeugen, ohne dass es sich besonders auszeichnen kann. Die Schärfe siedelt sich in einem ansprechend durchschnittlichen Bereich mit leicht weichen Konturen bei Totalen und Halbtotalen ein. Nahaufnahmen sind schärfer, der Detailreichtum ist jeweils in Ordnung. Die Farben sehen kräftig aus.

Tonqualität

Die DD 2.0-Tonspuren verfügen über gut verständliche Dialoge mit leichtem Hintergrundrauschen, das sich aber nicht in den Vordergrund spielt. Verzerrungen gibt es nicht, der Ton klingt aber etwas dumpf. Die Musik kann ihre unheimliche Wirkung gut entfalten.

Extras

Der Audiokommentar des Filmgelehrte Christian Kessler wartet mit einigen Fakten zu Regisseur Pupi Avati sowie den Darstellern auf. Werden die Informationen zunächst noch mit „Zeder“ und seinen stilistischen Mitteln verbunden, entfernt sich Kessler zunehmend vom Hauptfilm zugunsten breiter Ausführungen über Avatis Filmographie. Das bleibt immer interessant, wirkt manchmal aber auch zu isoliert.
„Auf den Spuren der ‚Zone K’“ besteht aus Texttafelinformationen über das Bauwerk, in dem das Finale des Films gedreht wurde, sowie aus einer gut fünfminütigen Fotostrecke und etwa zwei Minuten Videomaterial zu dem Areal. Dabei findet ein sehenswerter Vergleich der Schauplätze mit den Filmszenen statt, die dort gedreht wurden.
Eine weitere Bildergalerie und der Filmtrailer sind auf der DVD ebenfalls enthalten.

Eine ausführliche Version des Textes ist hier bei www.dvdheimat.de erschienen.



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