DVD / BLU-RAY TIPP

Wasted on the Young

Blu-ray Cover zum Film Wasted on the Young Sommer. Hitze. Pool-Party. Der richtige Film zur passenden Jahreszeit. Und ein Debüt noch dazu. Darren (Oliver Ackland) und sein Halbbruder Zack (Alex Russel) besuchen die gleiche Elite-Privatschule in Australien. Zack ist der König sowie Kapitän des Schwimmteams. Mit seinem Gefolge bestimmt er, was an der High-School läuft. Sein Bruder Darren hingegen führt ein weniger auffälliges Dasein. Sein kaum vorhandenes sportliches Talent kompensiert er mit einem stark ausgeprägten technischen Verständnis. Computer, Chats und Videoüberwachung sind die Felder, auf denen sich Darren wesentlich besser auskennt. Gemeinsam leben sie im modernen Bungalow der (Stief-)Eltern. Doch bereits vor der Tür trennen sich meistens ihre Wege.

Als allerdings die hübsche Xandrie (Adelaide Clemens) sich ausgerechnet für den stillen Darren interessiert, geht das Zack einen Schritt zu weit. Auf einer seiner Parties lockt er die Mitschülerin zusammen mit ein paar Freunden in den hauseigenen Keller. Und was dort passieren wird, bildet die Grundlage, den Motor für das weitere Geschehen. Die Freunde vergehen sich an der unter Drogen gesetzten Xandrie. Am nächsten Morgen ist von Xandrie in der Schule nichts zu sehen. Darren stellt Nachforschungen an. Doch er muss feststellen, dass diese nicht nur von Zack und seinem Gefolge boykottiert werden. Letztlich wieder an der Schule, entwickeln Xandrie und Darren einen Racheplan, der ganz anders ausgeht, als geplant.

Was sich bisher wie der Plot zu einem schon oft erzählten Teen-Movie liest, bekommt die nötige Würze durch den äußeren Rahmen, mit dem Regisseur Ben Lucas diese Geschichte erzählt. Obwohl beispielsweise im ganzen Film fast keine erwachsene Personen auftaucht, wird schnell klar, in welcher Umgebung, in welchem „Mileu“ sich das Geschehen abspielt. Es geht um die oberflächliche Welt des Scheins. Macht ist gleich Reichtum, Schönheit und Stärke. Mobbing und Manipulation sind an der Tagesordnung. Regisseur und Drehbuchautor Ben Lucas allerdings hinterfragt diese Parameter der Macht, des Reichtums und der Schönheit. Das wird mit jeder Einstellung deutlich. Seine Kamera ist ein stiller Beobachter, stets auf Distanz zum Geschehen, wenn es um Oberflächlichkeiten geht, stets nah am Geschehen, wenn es (zwischen)menschelt. Für die beiden Pole stehen die beiden Protagonisten. Und es dürfte klar sein, wem die Sympathien zufliegen.

Lucas, der aus der Spiel-Entwicklerszene kommt, besitzt ein ausgezeichnetes Händchen, sowohl narrativ als auch formal, um für die passenden bzw. nötigen Stimmungen zu sorgen. Auch deshalb hat er das Geschehen fragmentarisch angeordnet. Das beginnt bereits mit der eindrucksvollen Einstiegsszene und setzt sich nahtlos über die herausragend gefilmte und exakt auf den Punkt geschnittene Exposition während eines Schwimmwettkampfs fort. Selten hat man eine genauere, exaktere Darstellung der Generation „@“ gesehen. Bis zum packenden Schluss ist ist der Film hochgradig feinfühlig und abwechslungsreich inszeniert, er hat kaum Längen und bietet durchgehend Spannung. Unterstützt von einer zurückhaltenden Filmmusik, die die dunkle Atmosphäre noch unterstreicht.

Ben Lucas´ Debüt lief in Deutschland nur auf zwei Festivals und hatte keine Kinoauswertung. Daher ist die DVD absolut lohnenswert. Nicht nur für die heißeren Tage.

Bildqualität

Das saubere, messerscharfe anamorphe 16:9 Widescreen 2,35:1-Bild der DVD und natürlich erst recht bei der Blu-ray verfügt über eine gute Detaildichte. In einigen hektischen Kamera-Schwenks auf den Straßen verlieren sich zwar ein wenig die Bildränder, doch die meist bläuliche Ausleuchtung wirkt natürlich, manchmal vielleicht ein wenig zu dunkel, aber immer auf einem soliden bis guten Niveau.

Extras

DVD und Blu-ray sind sowohl mit einem „Behind the Scenes“-Blick als auch mit den obligatorischen Kommentaren der Schauspieler und des Regisseurs versehen. Jedoch wird in diesen nicht besonders auf den Film eingegangen, sondern eher à la Making-Of beim Kaffeeholen während der Dreharbeiten zwei, drei Fragen gestellt, die zwar interessant sind, aber oft nicht tiefer gehen.

Tonqualität

Die brillanten DTS-HD 5.1-Tonspuren (vor allem mit dem Originalton) geben jeweils klare und verständliche Dialoge mit nur geringen Verzerrungen wieder. Auch die sehr feinfühlig eingesetzte Musik kann ihre atmosphärische Wirkung mit einem ansprechenden Klangvolumen entfalten.

  

 



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