DVD / BLU-RAY TIPP

The Lost Bladesman

Alan Mak und Felix Chong sind für ihre Großstadtthriller wie die „Infernal Affairs“-Trilogie (Hongkong 2002 /2003/ 2003) oder auch „Abgehört – Trau niemals einem Cop“ („Quie ting feng yu“, Hongkong  2009) bekannt, im Historiengenre haben sie sich bislang nicht hervor getan. „The Lost Bladesman“ zeigt, dass sie auch dieser Aufgabe gewachsen sind.

Das zur Zeit der streitenden Reiche spielende Drama konzentriert sich auf die Figur des legendären Generals Guan Yu (Donnie Yen), der sich in der Gefangenschaft des mächtigen Fürsten Cao Cao (Wen Jiang) befindet. Während Cao Cao an der Seite des jungen, unerfahrenen Kaisers (Edison Wang) kämpft, gehört Guan Yu zu den Gefolgsleuten des mächtigsten Gegners Liu Bei (Alex Fong). Daneben existieren noch einige weitere lokale Fürsten, die zwar auf Seiten des Kaisers sind, aber kaum kontrolliert werden können. Guan Yu ist bereit, für den unter Bedrängnis geratenen Cao Cao eine Schlacht zu schlagen, um größeres Blutvergießen zu verhindern. Danach, so das Versprechen Cao Caos, dürfe Guan Yu gehen. Als Guan Yu erfährt, wo sich sein Waffenbruder Liu Bei aufhält, macht er sich mit der zukünftigen Frau Liu Beis auf den Weg, die ebenfalls in Cao Caos Gefangenschaft war. Hinter dem Rücken von Cao Cao streuen seine Gefolgsleute aber die Nachricht von der Reise Guan Yus, verbunden mit dem Befehl, den General zu töten.

„The Lost Bladesman“ brilliert auf zwei miteinander verzahnten Handlungsebenen, die das weite Feld aus tragischer Heldenfigur und strategischer Gewitztheit beackern. Donnie Yen macht in der Rolle des ehrenhaften Guan Yu, der zwar ein Krieger ist, aber den Frieden möchte, eine gute Figur. Immer wieder wird der General in Kämpfe verwickelt, die er eigentlich nicht führen möchte. Die Konfrontationen zwischen dem General und seinen Gegnern sind die entscheidenden Verbindungsstellen zwischen der emotional-tragischen Seite des Geschehens und dem strategischen Geflecht, in dem Guan Yu ohne sein Wissen eingebunden ist. Donnie Yen spiegelt mit subtiler Mimik die innere Unruhe seiner Figur wieder, die in den Kampf gezwungen wird. Die Treue zu seinem Waffenbruder Liu Bei blockiert den möglichen Ausweg aus der Logik des Krieges, sich auch Cao Cao anzuschließen. Der gegnerische Fürst auf Seiten des Kaisers ist zwar nicht unbedingt friedliebender, als seine Feinde, aber er hat die Vision eines vereinigten Chinas. Darin liegt der Schlüssel zur Beendigung der immer neu aufflammenden Kriegshandlungen.

Guan Yu ist ein Zerissener zwischen den Mächten, die ihn strategisch einzusetzen suchen. Denn Cao Cao reagiert ausgesprochen milde, als er davon erfährt, dass sein Befehl, Guan Yu unbehelligt ziehen zu lassen, nicht beachtet wurde. Die Kämpfe in die sein Gegner Guan Yu dadurch gezwungen wurde, sind ganz in Cao Caos Sinn, da die lokalen Fürsten schwer kontrollierbare Machtfaktoren sind, die Cao Cao aus dem Weg haben will. Guan Yu erledigt somit die Arbeit, die Cao Cao selbst nicht durchführen kann, weil es sich bei den anderen Fürsten um Verbündete handelt.

Die perfekte Mischung aus emotionaler und strategischer Dynamik wird nicht nur in eine Abfolge gut choreographierter und spannend gefilmter Actionsequenzen eingebunden, sondern auch mit der ästhetischen Schönheit herbstlicher Natur- und Dorfpanoramen unterlegt. Guan Yu befindet sich in auf einer elegischen Reise, deren bittere Note durch die schmerzliche Sanftheit des Herbstlichtes unterstützt wird.

Bildqualität

Das Bild der Bluray lässt überhaupt keine Wünsche offen. Die Schärfe der einzelnen Sequenzen ist perfekt. Sowohl die Konturen als auch die Details werden sehr gut herausgearbeitet. Die Farben geben die Mischung aus leuchtenden Tönen und pastellartigen Bereichen hervorragend wieder, ohne dass irgendwelche Schwächen zu sehen sind. Auch der Kontrast unterstützt die Wirkung des Bildes ohne Einschränkung. Rauschen existiert nicht. Der Schwarzwert ist tief, Details werden aber nicht verschluckt.

Tonqualität

Die DTS-HD-Master-5.1-Tonspuren überzeugen mit einer differenzierten Surroundkulisse. Die vielfältigen Kriegsgeräusche in der anfänglichen Schlachtszene kommen ebenso gut zur Geltung wie die einzelnen Kämpfe mit dynamischer Präzision die Lautsprecher nutzen. Daneben stimmt auch die Wiedergabe der sonstigen atmosphärischen Umgebungsgeräusche. Insgesamt sorgt der Ton für eine sehr plastische Wiedergabe des gesamten Tons, der auch mit viel Kraft überzeugen kann. Die Dialoge sind klar und verständlich.

Extras

Das rund 16-minütige Making Of beschäftigt sich mit den Darstellern, der Figur des Cao Cao und den Actionsequenzen. In Interviews äußern sich die beiden Regisseure Felix Chong und  Alan Mak und einige Darsteller, beispielsweise auch Donnie Yen, zu den Themen. Dabei hat das Making Of aber einen stark werbenden Charakter, so dass Informationen nur in homöopathischen Dosen verabreicht werden.

Eine ausführliche Version des Textes ist hier bei www.dvdheimat.de erschienen.



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Eure Kritiken zu The Lost Bladesman

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