DVD / BLU-RAY TIPP

Stolen

Bankräuber Will Montgomery (Nicolas Cage) hat vor, den perfekten Bruch zu landen. Alles läuft nach Plan, bis er mit seinem Partner Vincent (Josh Lucas) am Hinterausgang der Bank auf einen unerwarteten Zeugen trifft. Als Folge des aufbrandenden Streites zwischen den Gaunern wird Vincent schwer verletzt und Will von der Polizei geschnappt. Acht Jahre später ist Montgomery wieder auf freiem Fuß. Der ermittelnde Polizist Tim Harlend (Danny Huston) lässt den frisch entlassenen Sträfling nicht in Ruhe, weil die Beute nie aufgetaucht ist. Wills damaliger Komplize Vincent, inzwischen ein heruntergekommener Taxifahrer, entführt Montgomerys Tochter Alison (Sami Gayle), um Geld aus der Beute zu erpressen, das der entlassene Sträfling gar nicht hat. Will muss Vincent aufspüren, um seine Tochter zu retten.

Die simpel klingende Handlung verdeutlicht nicht, dass Simon West im Prinzip drei oder je nach Abgrenzung noch mehr Filme erzählt. Schon der Anfang der Geschichte, der über 20 Minuten Zeit in Anspruch nimmt, präsentiert eine eigene, vollständig abgeschlossene Caper-Handlung um das klassische Motiv eines perfekten Bankraubs. Dabei gerät Will ins Straucheln, während sein Kumpan Vincent in den Abgrund fällt.

Will hat sich beim Stolpern zwar eine blutige Nase geholt, aber seine Souveränität nicht verloren. Während Vincent am Ende ist, als er acht Jahre später die Entführung startet. Die Verknüpfung zum Anfang gelingt bruchlos, weil die Eingangssequenz die emotionalen Grundlagen für die restlichen Konflikte gelegt hat. Deswegen zerfällt der Film nicht in Einzelteile, sondern ergibt ein stimmiges Ganzes.

Erzählerisch haben die Macher um Simon West (Regie) und David Guggenheim (Drehbuch) den Fokus auf die Kultivierung des Übersteigerten gesetzt. Alles wirkt ein bisschen so, als sei das Drehbuch unter dem Einfluss von Drogen entstanden. Polizisten beginnen, auf den flüchtenden Will zu schießen, obwohl der Anlass fragwürdig ist. Figuren und Handlung sind aus der Balance der Normalität herausgefallen. Sie agieren auf flirrend-irrsinnige Weise in einer sonst gewöhnlichen Welt. Selbst der Mardi Gras, der berühmte Karneval in New Orleans, präsentiert kaum ausgeflippte Gestalten, die sind nur bei den Hauptfiguren zu finden. Der Wahn ist ein Teil der Normalität, dem man sich stellen muss. Wenn er Überhand nimmt, ist der Verfall nicht mehr aufzuhalten. „Stolen“ erzählt vom Kampf gegen einen Niedergang, der immer wieder ausgefochten werden muss.

Bildqualität

Die Bluray leistet sich keine nennenswerten Schwächen. Die knackige Schärfe sorgt für ein plastisches Bild, das die Möglichkeiten des HD-Formats weitgehend ausnutzt. Die Farben sind präsent und geben so die atmosphärische Gestaltung des Kameramanns gut wieder. Der differenzierte Kontrast sowie der tiefe Schwarzwert sorgen dafür, dass die einzelnen Bildelemente gut zur Geltung kommen.

Tonqualität

Die DTS-HD-Master-5.1-Tonspuren überzeugen mit einem transparenten Klang, der die räumliche Atmosphäre der einzelnen Geräusche gut wieder gibt. Bei den eingestreuten Actionsequenzen und natürlich am Anfang hat die gesamte Anlage etwas zu tun, während die ruhigen Szenen mit einem griffigen Raumklang aufwarten, der natürlich weniger dynamisch klingt. Die Musik überzeugt ebenso. Die Dialoge sind gut verständlich.

Extras

Das Bonusmaterial besteht aus gut sechs Minuten „Behind the Scenes“, das ein paar Bilder vom Dreh und Interviewschnipsel mit Regisseur Simon West sowie den wichtigsten Darstellern enthält, knapp elf Minuten B-Roll-Material sowie längeren Versionen der Interviews aus dem Behind the Scenes Material, die zusammen gut 30 Minuten lang sind. Die Interviews sind typische PR-Gespräche wie sie bei Filmproduktionen am Set gedreht werden, um den Film hinterher bewerben zu können. In homöopathischen Dosen enthalten sie auch das eine oder andere Informative über den Dreh. Das Bonusmaterial wurde deutsch untertitelt.

Eine ausführliche Version des Textes ist hier bei dvdheimat.de erschienen.

  



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