DVD / BLU-RAY TIPP

Für den Herbst und bei Liebeskummer: „The F-Word“

Plakat_F-WordAuch wenn sich die Sonne noch einmal bemüht, im Oktober ist der Sommer in Deutschland vorbei. Die Tage werden kürzer, die Abende somit etwas länger. Zeit, um vielleicht noch einmal die Photos aus dem letzten Urlaub zu begutachten oder mit einer romantischen Komödie auf Blu-ray/DVD ein paar Sommergefühle zu wecken. Unsere Empfehlung dazu wäre die zuckersüße Komödie „The F-Word“, die im Original treffender „What if“ heißt. Was wäre also, wenn ein sensibler Medizinstudienabbrecher auf eine kreative Cartoon-Zeichnerin trifft, und beide zur falschen Zeit am richtigen Ort sind um mehr als Freunde zu werden? Antwort: Sie werden erst einmal Freunde. Und wir dürfen ihnen dabei zuschauen, wie daraus vielleicht mehr wird.

Klar, den meisten dürfte jetzt der Klassiker „Harry und Sally“ in den Sinn kommen. Und damit liegen sie gar nicht mal so falsch. Doch in diesem Fall sieht die Ausgangslage anders aus: Wallace (Daniel Radcliffe) ist ein echter Romantiker. Kein Wunder also, dass ihm die Trennung von seiner Freundin das Herz derart gebrochen hat, dass er sein Medizinstudium abgebrochen und sich auch völlig von seinem sozialen Umfeld abgekoppelt hat. Viel lieber verbringt er die Nächte damit, traurig den Sternenhimmel über Toronto zu beobachten. Ohne jeglichen Antrieb wohnt er bei seiner alleinerziehenden Schwester Ellie (Jemima Rooper) und verlässt das Haus nur, um neben seinem Job als Autor für Softwarehandbücher gelegentlich mit seinem besten Freund Allan (Adam Driver) abzuhängen.

Als er dessen Einladung zu einer Hausparty nachkommt, trifft Wallace auf Chantry, einer Animationskünstlerin und Cousine von Allan. Selbst telleräugig wie eine Zeichentrickfigur, doch ganz schlagfertiger Mensch, lässt Zoe Kazans Chantry schon beim ersten Auftritt keinen Zweifel zu: In diese Frau wird sich Wallace verlieben. Dummerweise ist Chantry mit „Mister Perfect“, einem ehrgeizigen UNO-Anwalt (Rafe Spall) liiert und will „dass es funktioniert“. Um das Ideal einer intakten Partnerschaft zu erhalten, steckt Chantry nicht nur karrieretechnisch zurück, sondern auch emotional. Das Herz der chaotischen Mitdreißigerin schlägt insgeheim längst für ihren Wir-sind-nur-Freunde-Freund Wallace, der nun schweren Keuschheitsprüfungen ausgesetzt ist.

Szene_F-wordWallace lässt sich seine Enttäuschung darüber nicht anmerken und ist einverstanden, dass er und Chantry lediglich gute Freunde werden. Als Chantrys Freund (Rafe Spall) wegen eines Jobs für ein paar Monate nach Dublin ziehen muss, bleibt seine Freundin alleine in Toronto zurück. Laut Allan, der selbst gerade das große Los gezogen hat, ist dies die ideale Gelegenheit für Wallace etwas zu wagen.

Obwohl das Storygerüst rund um „er-kriegt-sie-er-kriegt-sie-nicht“ alles andere als neu ist, hat man bei Daniel Radcliffe und der bezaubernden Zoe Kazan stets das Gefühl, als würde die Rom-Com gerade erst erfunden, so ehrlich und glaubwürdig vollführen der verunsicherte Radcliffe und die fokussierte Zoe Kazan diesen zauberhaften Reigen von Zuneigung. Klischees und Kitsch-Fallgruben werden gekonnt umschifft, und für die nötigen Gedankenpausen zwischen den einzelnen Treffen und Gesprächen sorgen Chantrys federleichte Zeichnungen einer imaginären Feen-Figur, die Regisseur Michael Dowes immer mal wieder in die Skyline von Toronto projeziert – dem heimlichen dritten Hauptdarsteller des Films.

Aber solche Spielereien hätte der Film eigentlich nicht nötig gehabt, schließlich steht und fällt „The F-Word“ mit den Darstellern. Die Chemie zwischen dem überraschend überzeugenden Ex-Zauberlehrling Radcliffe und Kazan stimmt. Schon vom ersten Augenblick an nimmt man als Zuschauer den Beiden ab, dass sie etwas ganz Besonderes verbindet. Und natürlich wünscht man ihnen, dass sie zusammenfinden. Da verzeiht man ihnen sogar, dass die Dialoge, die zu Beginn noch spritzig und clever sind, sich zunehmend in Belanglosigkeiten verlieren.

Aber der Film verfügt ja noch über weitere Darsteller, zu denen der stets verlässliche Adam Driver („Girls“, „Inside Llewyn Davis“) und Mackenzie Davis („Für immer Single“) gehören, die zusammen dafür sorgen, dass auch in den etwas zäheren Momenten die federleichte Unterhaltung glaubwürdig bleibt und der ein oder andere dramaturgische Stolperstein geschickt überspielt wird.

 

 

 



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