DVD / BLU-RAY TIPP

13

Es lohnt sich nicht, Géla Babluanis Remake seines eigenen Films „13 Tzameti“ (Frankreich/Georgien 2005) mit dem Original zu vergleichen, um auf diese Weise die Qualität zu bewerten. Denn obwohl die Handlung bei „13“ über weite Strecken peinlich genau der Szenenabfolge in „13 Tzameti“ gleicht, sind die Ansätze beider Filme sehr unterschiedlich.

Der Elektriker Vince benötigt für eine weitere Operation seines Vaters Geld, das Haus wurde jedoch schon mit einer Hypothek beliehen. Während er neue elektrische Leitungen verlegt, hört er ein Gespräch des Hausbesitzers mit, in dem dieser von einem Brief erzählt, der mit viel Geld verbunden ist. Als der Hausbesitzer an einer Überdosis Heroin stirbt, nutzt Vince die Gelegenheit, um den Brief zu stehlen. Darin befinden sich geheimnisvolle Anweisungen, denen Vince in der Hoffnung auf das große Geld folgt. Dabei landet er schließlich in einem einsam gelegenen Herrenhaus, in dem ein gnadenloses Spiel beginnt.

Wer des Original des Films noch nicht gesehen und auch keine verräterischen Texte darüber oder über das Remake gelesen hat, für den bleibt die Handlungsentwicklung der ersten halben Stunde trotz einer kurzen Vorschau nach wie vor absolut rätselhaft. Daraus resultiert eine ständig steigende Spannung. Vince lässt sich auf ein Glücksspiel ein, weil er sich um seinen Vater sorgt. „13“ stellt die Frage, wie sehr ein Mensch bereit ist, sich einer Gefahr auszusetzen, um der aktuellen Sorgen ledig zu werden.

In Sam Riley als Vince findet ein Widerstreit zwischen Moral und Egoismus statt. Darüber hinaus befindet er sich in einer Zwangslage, denn wenn er bei dem fragwürdigen Treiben nicht mitmacht, dann ist sein Leben wahrscheinlich ohnehin keinen Pfifferling mehr wert. Babluani offenbart im Gegensatz zum Original weitere Details zu einigen Figuren, so dass die Bedrohung ein rationaler erfassbares Gesicht bekommt. Der Angstfaktor sinkt dadurch leicht, um einem stärkeren Drama-Ton Platz zu machen. Insofern hat das Remake, das zudem in Farbe gedreht wurde, seine Berechtigung.

Bildqualität

Die gute Schärfe der Bluray überzeugt mit klaren Konturen und einem ansprechenden Detailreichtum ebenso wie die einwandfreie Übertragung der reduzierten Farbpalette auf die Bluray.

Tonqualität

Die DTS-Hi-Resolution-5.1-Tonspuren können leider nicht ganz überzeugen, da die Abmischung zu frontlastig ist.

Extras

Das Bonusmateril besteht aus wenig informativen Interviews, einer kurzen Featurette über die Entstehung des Films sowie aus unkommentiertem B-Roll-Material und einem Trailer. Übersichtlich aber ausreichend.

Eine ausführliche Version des Textes ist hier bei www.dvdheimat.de erschienen.



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