DVD / BLU-RAY TIPP

Der Samariter – Tödliches Finale

Der Trickbetrüger Foley (Samuel L. Jackson) kommt nach 25 Jahren aus dem Knast. Draußen taucht Ethan (Luke Kirby) auf, der Sohn seines ehemaligen Partners. Vor 25 Jahren musste Foley sich entscheiden, ob er Ethans Vater tötet oder ob er selbst hingerichtet wird. Das hat Ethan nicht vergessen. Aber der smarte Bursche, der inzwischen zu einem veritablen Gangster herangewachsen ist, will Foley nicht töten. Er braucht den erfahrenen Betrüger, um den reichen Gangster Xavier (Tom Wilkinson) aufs Kreuz zu legen. Foley will Ethan eigentlich einen Korb geben, aber sein schmieriger Gegenüber erweist sich als blendender Manipulator, der vor allem die junge Iris (Ruth Negga) einsetzt, um Foley doch noch zu überzeugen.

Luke Kirby als Ethan und Samuel L. Jackson als Foley liefern sich ein Duell, bei dem es um die persönliche Freiheit geht. Samuel L. Jackson verleiht seiner Figur eine starke Persönlichkeit, die autonom existieren kann. Selbstbewusst stapft Foley durch nächtliche Szenerien, deren melancholische Ausleuchtung zwar stets die Tragik des einsamen Gangsters unterstreicht, die seine Souveränität im Umgang mit den Gegebenheiten aber nie in Frage stellt. Die Einschränkung der Handlungsfreiheit, die Ethan anstrebt, wirkt umso schwerer. Der junge Gangster kratzt an dem Bedürfnis, das Foley bis zur dramatischen Erschießung seines Partners ausleben konnte. Als geschickter Betrüger hat er von der Kontrolle über sich und andere gelebt. Die Herrschaft über sein eigenes Dasein wird Foley nun langsam aber sicher entzogen.

David Weaver nutzt die Tragik des Kampfes für ein düsteres Szenario. Der drohende Untergang der eigenen Persönlichkeit, mit dem Foley konfrontiert wird, sorgt für eine grimmige Atmosphäre. Die starren, unerbittlichen Augen Jacksons reflektieren den Ernst der Situation. Sein Foley weiß genau, dass er um die eigene Integrität als Mensch kämpft, während sein Gegner Ethan wie ein schmieriger Zocker wirkt. Luke Kirby verkörpert den jungen Gangster als ebenso leichtsinnigen wie durchtriebenen Fiesling, der die Dimension der Auseinandersetzung aber nicht realisiert. Ihm fehlt die Lebenserfahrung Foleys, um das existenzielle Drama zu erkennen, in dem er selbst eine wichtige Rolle spielt.

Bildqualität

Das Bild der Bluray überzeugt auf der ganzen Linie. Klare Konturen und ein hoher Detailreichtum sind bei Tageslicht- sowie bei Nachtszenen ebenso vorhanden wie es keine nennenswerten Unterschiede zwischen Nahaufnahmen und Totalen gibt. Kräftige Farben sorgen in Verbindung mit einem einwandfreien Kontrast für knackige und differenzierte Bilder. Der tiefe Schwarzwert geht nicht zu Lasten einer gelungenen Durchzeichnung.

Tonqualität

Die DTS-HD-Master-5.1-Tonspuren leisten eine gute Arbeit. Im Film dominieren ruhige Szenen mit atmosphärischer Tonkulisse, welche die Möglichkeiten der Anlage nicht vollständig fordern. Die akustische Gestaltung der Thrillers wurde aber sehr gut auf die Bluray übertragen. Die differenzierte Wiedergabe der Filmmusik zeugt ebenso davon wie der präzise austarierte Raumklang, bei dem kleine Nebengeräusche statt sattem Sound dominieren.

Extras

Das Bonusmaterial besteht aus zwei Trailern zum Film.

Eine ausführliche Version des Textes ist hier bei dvdheimat.de erschienen.

  



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