DVD / BLU-RAY TIPP

13 Assassins

Takashi Miikes Filmographie ist reich an unterschiedlichsten Werken zwischen märchenhaftem Drama („Birdpeople in China“ aka. „Chûgoku no chôjin“, Japan 1998), intensivem Psychothriller („Audition“, Japan 2000) oder grotesker Extravaganza („Sukiyaki Western Django“ aka. „Sukiyaki uesutan: Jango“, Japan 2008). Mit „13 Assassins“ hat der produktive Regisseur seinem Schaffen noch ein weiteres Genre hinzugefügt, einen klassischen Samuraifilm, der auf Eiichi Kudos gleichnamiges Werk aus dem Jahr 1963 zurückgeht.Bei der in Deutschland veröffentlichten Version handelt es sich um die Internationale Fassung, die etwa 15 Minuten kürzer als die japanische Version ist.

Im Japan Mitte des 19. Jahrhunderts herrscht Lord Naritsugu (Gorô Inagaki) auf unverantwortlicher Weise. Vergewaltigung, Mord und andere Grausamkeiten sind bei ihm an der Tagesordnung. Sir Doi (Mikijiro Hira ), ein enger Vertrauter des Shogun, lässt den ehrenhaften Samurai Shinzaemon Shimada (Kôji Yakusho) beauftragen, mit einer ausgesuchten Schar schlagkräftiger Kämpfer Lord Naritsugu ins Jenseits zu befördern. 13 Männer stellen sich in einem präparierten Dorf dem Kampf gegen die 200 Mann starke Garde des Lord.

Miike konzentriert sich bei „13 Assassins“ auf das existenzielle Drama, ohne es durch irrsinnige Einfälle in seiner Strahlkraft zu behindern. Mit ruhigen Einstellungen präsentiert er die Verhandlungen im Vorfeld der eigentlichen Kommandoaktion. Absurditäten haben dabei keinen Platz. Mit zunehmender Konkretisierung des Anschlagsplans steigert sich die Energie, die sich schließlich entladen muss. Der Kampf in einem kleinen Dorf entwickelt sich konsequenterweise zu einem virtuosen Schlachtengemälde. Gleichzeitig reflektiert Miike mit den blutigen Auseinandersetzungen das Grausame des Auftrags, für den die Initiatoren moralische Gründe ins Feld führen, der aber den sicheren Tod der Teilnehmer des Kommandounternehmens bedeuten kann.

Der Kampf verhandelt einerseits die Konsequenzen, die aus der Opferbereitschaft erwachsen, und andererseits wird die Gewalt deutlich, die Teil des feudalen Herrschaftssystems ist. So entwickelt sich bei Miike auch kein enthusiastisches Heldengedicht. Dafür sind die Aktionen viel zu direkt und die Tötungen zu rabiat. Es wird gestorben, um einen Tyrannen zu beseitigen, aber der Tod hat nichts Überhöhendes. Er ist bei Miike das, was er ist, eine grausame Wirklichkeit.

Bildqualität

Das Bild der Bluray wird durch die düstere Atmosphäre der Braun- und Grautöne geprägt, welche die Kameraarbeit bestimmen. Dennoch ist die Schärfe der Bluray gut, da die Konturen kaum beeinträchtigt werden und auch bei dunklen Szenen der Detailreichtum noch überzeugt.

Tonqualität

Die DTS-HD-Master-5.1-Tonspuren besitzen eine sehr gute Qualität, welche die unterschiedlichen Gegebenheiten der Filmhandlung ohne Schwächen wiedergeben.

Extras

Das Bonusmaterial besteht aus „Deleted Scenes“ und Trailern zum Film. Das Material eröffnet zusätzliche Aspekte, die im Vorfeld der politischen Planungen zum Tragen kommen. Es enthält kaum Kampfszenen.

Eine ausführliche Version des Textes ist hier bei www.dvdheimat.de erschienen.



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