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Feb 2009
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Zack Snyder: Watchmen (USA 2009) (gesehen am 24.02.2009, Pressevoführung, Christian)

Als er mit seiner Verfilmung von „300“, der graphischen Novelle von Frank Miller, neue Maßstäbe in punkto Comicverfilmung setzte, hielt Hollywood den 1966 in Wisconsin auf die Welt gekommenen Zack Snyder für das große neue Regietalent. Dabei war der damals 40jährige Amerikaner zuvor lediglich mit einigen Musikvideos und seinem Debütfilm, einem gelungenen Remake des George A. Romero Klassikers „Dawn of the Dead“ bekannt geworden. Nun also „Watchmen“, die zentimeterdicke Comicreihe aus dem Hause D.C.. Die Comics erschienen 1986/87 und wurden mit Preisen überhäuft. Diese für die Leinwand umzusetzen sollte sich als schwere Aufgabe für den Comicfan Snyder herausstellen.

Nach tatsächlichen 163 und gefühlten 180 Filmminuten muss ich sagen, dass er der Aufgabe, Watchmen auf die Leinwand zu bringen, nur in ganz wenigen Szenen gewachsen ist. Zack Snyders „Watchmen“ will Alles sein: Große Unterhaltung, Intelligente Comicverfilmung mit atemberaubenden Bildern und nachvollziehbaren Handlungssträngen und vor allem eine Comicverfilmung, die nicht die Action, sondern die „Charaktere“ und dessen Geschichten in den Vordergrund stellt. Und genau an dieser Vielfalt und an diesem Anspruch scheitert Zack Snyders Verfilmung. Dabei wird der Zuschauer noch ohne großen Schnickschnack und ohne aufwändige Titelsequenzen sofort in den Prolog hineingezogen, eine dankbare Abwechslung zu Bat- Spider-Man und Co.: Ein Ex-Superheld wird ermordert. Der Täter bleibt unerkannt. Hier zieht Snyder sämtliche Register seines Könnens: Super-Slowmotion, beeindruckende Actionszenen und das alles eingehüllt in fastschwarze Bilder.

Doch bereits wenig später, wenn der Ich-Erzähler in Form des Ex-Kameraden Rorschach (Jackie Earle Healey) in Erscheinung tritt, verzettelt sich die Regie in einem heillosen Wirwarr von Personen und Handlungssträngen. Eine vermeintliche Liebesgeschichte hier, ein Racheakt dort. Die sehnsüchtig erwartete Comic-Action verpufft in einem unspektakulären Angriff auf die Stadt. Am Ende bleiben Ratlosigkeit und mehr noch: Kopfschmerzen. Zack Snyders „Watchmen“ will einfach nicht im Kopf haften bleiben. Dabei, seien wir ehrlich, ist es doch so oft die eine Szene, die nach einer Comicverfilmung im Gedächtnis bleibt. Watchmen hat keine einzige Szene davon. Mehr über den Film in Kürze in einer ausführlichen Kritik….

Der Film startet am 5. März in den deutschen Kinos.



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