BLOG

Mrz 2007
13
Zack Snyder: 300 (USA 2007) | Ohr 6 min. mp3-Kommentar (gesehen am 13.03.2007, Pressevorfuehrung, Christian)

Immer wenn ein junger Autorenfilmer etwas Neues versucht, schlaegt das grosse Cineastenherz ein klein wenig schneller. Erst recht, wenn es sich dabei um eine Comicverfilmung von Frank Miller handelt, dessen erste Verfilmung weltweit ueber 160 Mio. Dollar einspielte. Hier geht es nun um Zack Snyder, der mit seiner ersten nennenswerten Regiearbeit (`Dawn of the Dead`) ueberzeugen konnte und nun um jeden Preis das Frank Miller Comic „300“ verfilmen wollte. Erst nach einigem Zoegern hatte Autor Frank Miller sein Ja-Wort gegeben und nach den ersten Bildern seine zweite Comicverfilmung gleich mitproduziert.
Es geht um Spartas Koenig Leonidas, der sich im Jahre 480 vor Christi mit 300 Gefolgsleuten der schier uebermaechtigen Armee des Perser Koenigs Xerxes entgegenstellt. Vor Griechenlands Kueste kommt es dabei zur alles entscheidenden Schlacht um Spartas Zukunft.

Regisseur Zack Snyder kommt ziemlich schnell zur Sache. Die Kampfszenen, und nur um die geht es hier, machen einen Grossteil des Filmes aus. Die Schlacht der wenigen Spartaner gegen die zahlenmaessig weit ueberlegenen Perser wurde zu 80 Prozent vor einer Blue-Screen-Leinwand in einer Halle bei Montreal/Kanada aufgenommen. Die fehlende „reale“-Kulisse faellt hier aber nicht negativ ins Gewicht. Snyder legt den Schwerpunkt bewusst auf eine plastische Darstellung. Wohl auch, um den zahlreichen martialischen Schlachtszenen ihre Ernsthaftigkeit zu nehmen. So behaelt der Zuschauer eine gesunde Distanz zum Geschehen. Die graphische Darstellung steht hier eindeutig im Vordergrund. Damit haelt sich Co-Autor und Regisseur Snyder eng an die Vorlage von Frank Miller. Die Perspektive konzentriert sich allein auf den Spartaner-Koenig Leonidas, der eindrucksvoll vom charismatischen Schauspieler Gerard Butler („Phantom der Oper“, „Herrschaft des Feuers“, „Timeline“) verkoerpert wird. Die Regungen in seiner dunkel geschminkte Augenpartie, die sich ein ums andere Mal ueber die gesamte Leinwand erstreckt, gibt hervorragend die ganze Tiefe und Tragik des Geschehens wieder. Zudem koennen alle Schauspieler hier ueberzeugen, vor allem vor dem Hintergrund und mit dem Wissen, lediglich vor einer Blue-Screen-Leinwand ein grosses geschichtliches Ereignis ueberzeugend transportieren zu muessen.



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*