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Okt 2006
03
Woody Allen: Scoop – Der Knüller (GB 2006) (gesehen am 29.09.2006, Pressevorführung, Christian)

„Peter Lyman ist der Tarot-Karten-Mörder“ sprudelt es aus dem aufgeregten Mann heraus, der plötzlich in der dunklen Box neben ihr auftaucht. Eigentlich wollte die junge Journalismusstudentin Sandra Pransky nur dem netten Zauberer auf der Bühne assistieren. Jetzt steht sie in einer dunklen Box, mitten auf der Bühne und wie aus dem Nichts taucht plötzlich dieser ältere Mann auf. „Sie sind doch Journalismus-Studentin?“ fährt dieser fort. „Ja“, erwidert Sandra immer noch sichtlich überrascht. „Dann schreiben Sie: Peter Lyman, Sohn von Lord Lyman ist der Tarot-Karten-Mörder. Das ist die größte Story seit Jack the Ripper.“ „Schreibt man das groß?“, erwidert Sandra nervös. Nur die Zuschauer wissen in diesem Moment, dass der aufgeregte Mann ein erfahrener Starjournalist ist. Oder besser – war. Denn Joe Strombel, so sein Name, ist längst tot. Gefangen in der Vorhölle, hat Strombel einen Hinweis über den vermeintlichen Täter einer langen Mordserie erhalten und will nun als Geist der Sache nachgehen. Für diesen Coup hat er die junge Amerikanerin Sandra Pransky auserkoren, um genügend Beweise für seinen Scoop, seinen Knüller, zu sammeln. Als Geist gelingt ihm dies nicht.

Woody Allen ist mit „Scoop“ wieder einmal eine sehr amüsante Komödie gelungen. „Back to the roots“ schreit es hier aus jeder Zeile, wenn man den ersten Dialogen der Protagonisten besonders aufmerksam lauscht. Ob es eine Herzensangelegenheit des mittlerweile über 70jährigen New Yorkers war? Wieder eine Komödie? Nach seinem ernsten Drama „Match Point“ sollte es nun wieder eine intelligente Komödie im Stil von „Im Bann des Jade-Scorpions“ oder „Manhattan Murder Mystery“ werden? Das ist ihm gelungen. Zumindest wollte Allen unbedingt in London arbeiten und einmal mehr mit der überragenden Jungdarstellerin Scarlett Johansson. Und London liefert das perfekte Set für die spannende Geschichte rund um den Serienkiller aus Adelskreisen. Aber auch Scarlett Johansson kann einmal mehr überzeugen, hier in der Rolle der jungen Studentin Sandra Pransky. Im Original macht sie keinen Hehl aus ihrem breiten amerikanischen Akzent, der im Zusammenspiel mit dem schmächtigen Woody Allen, der hier selbst in die Rolle des redseligen, etwas schusseligen Zauberers schlüpft, noch dreckiger, noch vulgärer klingt. Erst als der smarte Hugh Jackmann in der Rolle des verdächtigen Serienmörders Peter Lyman auftaucht, darf sich Scarlett Johansson etwas zurück nehmen und ein ums andere Mal verliebt aus der zurückhaltend vornehmen Wäsche schauen. Auch wenn man ihr die Liebe zum englischen Aristokratensohn nur schwer abnimmt, nicht der Film, wohl aber das Zusammenspiel von Frau Johansson mit dem kauzigen Allen wird nach dem Besuch dieses Filmes wohl den meisten noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben.



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