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Jan 2006
12
Woody Allen: Match Point (GB, 2005) (gesehen am 12.01.2006 in Münster, Christian)

Mit „Den musst Du sehen“ hatte mir mein cineastischer Kollege Manfred schon vor Tagen den Film nahe gelegt. Und als ich dann auch Patricks Liste mit den besten Filmen des Jahres 2005 bekomme, auf der der neue Film von Woody Allen auf Platz 1 zu finden ist, gibt es kein Halten mehr. Ich muss zugeben, dass ich nicht der größte Woody Allen Fan bin. Seine letzten Komödien „Schmalspurganoven“ (2000) oder „Im Bann des Jade Skorpions“ (2001) hatten mich eher gelangweilt denn amüsiert. Und warum sollte Woody Allens Regiearbeit Nummer 45 etwas ganz Neues sein. Der Mann ist über 70 Jahre alt. Doch welch´ Überraschung. Der Film ist anders. Ganz anders sogar. Zunächst einmal verwehrt sich Allen mit Match Point seiner selbst geschaffenen Tradition: Musikalisch untermalt wird der Film nicht von Jazz- sondern von Opernmusik, die die Tragik der zudem wenig komischen Geschichte untermauert. Match Point ist keine Komödie, sondern ein Drama mit einer Prise Krimi und einer kleinen Prise Thriller. Außerdem ist der Schauplatz nicht New York (sonst typisch für Allen), sondern die britische Hauptstadt London. Auch die Schauspieler – mit Ausnahme der beeindruckenden Scarlett Johansson – sind Briten. Woody Allen kann sich, wie so oft, auf seine großartigen Schauspieler verlassen. Auch hier passt die Besetzung wie ein gut geschnittener Maßanzug. Mit den „woodyesken“ typisch langen Kameraeinstellungen begleitet er den Aufstieg eines irischen Tennisspielers in der Londoner Upperclass. So viel zur Geschichte. Alles anders bei Allen also? Ja. Und in diesem Fall noch mehr: Wagnis eingegangen, Lohn geerntet. Ein klasse Film.



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