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Jul 2006
09
Wolfgang Petersen: Poseidon (USA 2006) (gesehen am 03.07.2006, Pressevorführung, Christian)

Die typischen Regeln für ein Werk aus dem Genre „Katastrophenfilm“ sind schnell aufgezählt: Ich brauche einen Raum oder ein Transportmittel in dem sich einige Menschen aufhalten, diese Menschen müssen eine mehr oder weniger interessante (Lebens-)Geschichte mitbringen, ich brauche eine Katastrophe, einen spannenden Überlebenskampf und den Verlust von zwei Charakteren: Einen, den das Publikum hasst und einen, den das Publikum liebt – fertig ist der Katastrophenfilm. Regisseur Wolfgang Petersen hat mit seinem aktuellen Film alle Regeln eingehalten und schlimmer noch, er hat keine einzige Regel gebrochen. Zusammen mit einem katastrophalen Drehbuch leidet er hier im wahrsten Sinne des Wortes: Schiffbruch.

In diesem Remake („Poseidon Inferno“) ist ein Schiff Schauplatz des genretypischen Überlebenskampfes. Die „Poseidon“ ist ein riesiger Luxusliner auf See. Gleich zu Beginn lernt das Publikum durch einen Helikopterflug die Größe des Luxusschiffes kennen. In einer berauschenden Sylvesternacht wird die Poseidon von einer mächtigen Monsterwelle erfasst. Das Schiff kentert aber nicht, es dreht sich einmal um die Längsachse und schwimmt Kieloben auf dem Meer weiter. Das Unglück fordert bereits einen Großteil der Besatzung. Ein kleines Team von Abenteurern widersetzt sich den Anweisungen des Schiffspersonals und sucht nach einem Weg Richtung Schiffsschraube – dem vermeintlichen Ausweg.

Wer bei den unzähligen logischen Fehlern und aberwitzigen Dialogzeilen ganz genretypisch ein Auge zudrücken kann, der wird sich von den beeindruckenden CGI-Effekten ablenken lassen. Alle anderen, auch die Wolfgang Petersen Fans, werden hoffen, dass das nächste Projekt des Regisseurs – die Verfilmung des mehrfach ausgezeichneten Science-Fiction-Romans „Ender’s Game“ von Orson Scott Card – mit mehr Verve inszeniert wird und deshalb mehr Erfolg verspricht.



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