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Mrz 2017
10
Wilde Maus

Bereits in den „Brenner“-Krimis nach Wolf Haas stolperte Josef Hader dem Abgrund entgegen. In „Wilde Maus“, der ersten Regiearbeit des österreichischen Erfolgskabarettisten, steht er nun ganz plötzlich auf der Straße: Georg, dem renommierten Musikkritiker einer Wiener Tageszeitung, wird aus Kostengründen gekündigt. „Es wird Proteste geben„, droht der fassungslose Mittfünfziger noch. Doch die bleiben aus. Seiner deutlich jüngeren Frau (Pia Hierzegger) erzählt er nichts und schlittert trotzdem in die Ehekrise.

Jeden Morgen geht Georg jetzt in den Prater, wo er mit dem ebenfalls arbeitslosen Erich (Georg Friedrich) die verrostete Achterbahn „Wilde Maus“ flottmacht. Nebenher begibt er sich auf einen erbarmungslosen Rachefeldzug gegen seinen aalglatten Chefredakteur: Die „deutsche Sau„, wie er ihn nennt, wird von „Tatort“-Kommissar Jörg Hartmann gespielt.

Hader ist nicht nur ein toller Kabarettist, sondern ein echter Charakterdarsteller, das bewies er jüngst als Stefan Zweig in „Vor der Morgenröte“. Die Momente, in denen er in lakonischen Dialogen Momente der Lebensverzweiflung sichtbar macht, sind denn auch die stärksten. Der Film hätte gern ein bisschen beißender sein können, doch auch in der milden Variante macht die Satire auf Kulturbürger in der existenziellen Krise noch viel Freude.

 

 



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