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Mrz 2016
01
„Where to Invade next“ von Michael Moore

Der US-Amerikaner Michael Moore ist der Albtraum puristischer Dokumentarfilmer: Wie ein manipulatives Riesenbaby schnauft der 61-jährige Oscarpreisträger durch die Welt seiner Filme, um sich unverhohlen parteiische Belege für die eigenen Thesen zusammenzusuchen. Diesmal hat er Europa besucht. Nach Waffenwahn, Gesundheitssystem, Guantanamo und Finanzfilz ist das Angriffsziel diesmal diffuser: Moore reist durch Europa, um dort in den Bildungs-, Ernährungs-, Gesundheits- oder Strafvollzugssystemen all jene Errungenschaften zusammenzusuchen, die auch den in diesen Hinsichten weit hinterhinkenden Vereinigten Staaten gut zupass kämen.

Dass er dabei ausgerechnet in Deutschland einen vorbildlichen Umgang mit der Geschichte ausmacht, scheint angesichts neuer fremdenfeindlicher Ausfälle etwas gewagt. In einer albern-satirischen Rahmenhandlung lässt sich Moore vom Pentagon in die Welt schicken, um die Frage zu beantworten: „Where to Invade Next?“ Lies: „In welches Land sollen wir als nächstes einmarschieren, um dessen Segnungen für Amerika zu kopieren?“ Moores polemischer Feldzug hat auch diesmal wieder einen hohen Unterhaltungswert – richtig neu aber ist er nicht mehr.

 

 



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