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Jan 2015
29
„What We Do In The Shadows“ von Jemaine Clement und Taika Waititi

I think we drink virgin blood because it sounds cool.“ Ein Statement eines Vampirs. Nein, Deacon ist kein „gewöhnlicher“ Vampir. Kein Tageslichtverächter mit blassem Teint und femininen Zügen, so wie ihn Hollywood in jüngster Zeit gerne zeichnet („Interview mit einem Vampir“, „Twilight“). Deacon stammt aus Neuseeland. Er ist 183 Jahre alt. Ein Hitzkopf, der gern kopfüber im Wandschrank hängt. Und der Geschirrspülen hasst. Zudem ist Deacon eine Kopfgeburt des neuseeländischen Regie-, Autoren- und gleichzeitig Hauptdarstellerduos Taika Waititi und Jemaine Clement – bekannt durch die Serie „Flight of the Conchords“ oder die Komödie „Eagle vs. Shark“ (2007). Zusammen mit seinen Mitbewohnern Vladislav (Jemaine Clement), Viago (Taika Waititi) und Petyr (Ben Fransham) teilt sich Deacon die Räumlichkeiten in einer Vampir-WG. Eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft, die „erstmalig von einem ausländischen Kamerateam besucht wird„. Haha!

Mit diesen Worten startet eines der lustigsten Mockumentarys, die ich in letzter Zeit im Kino gesehen habe. Eine Art „This is Spinal Tap“ des Vampirfilms, wie ein Kollege so treffend schrieb. Wackelkamera, Found-Footage-Style und dann lernen wir über knapp eineinhalb Stunden eine seehr lustige Vampir-WG kennen, die etliche Lacher im Publikum provoziert. „Musst Du dir unbedingt im englischen Original anschauen“, riet mir ein Kollege, der wie viele andere Cineasten in Münster auch, „5 Zimmer, Küche, Sarg“, so der deutsche Titel, auf seiner Liste der zehn besten Filmen des Jahres 2014 hatte. Gesagt getan und nicht bereut.

Obwohl, eine Handlung gibt es nicht. „What We Do…“ ist mehr eine Collage an lustigen Einfällen. Eine Persiflage über die Gepflogenheiten einer Jahrzehnte alten Vampir-Wohngemeinschaft. Und wie in allen Wohngemeinschaften gibt es auch in dieser immer wieder Spannungen – und natürlich tolle gemeinsame Abende. Auch der Titel „Kult-Film“ dürfte für die beiden äußerst sympathischen Neuseeländer und ihren Film in unerreichbarer Ferne bleiben. Doch an einem verregneten Herbst- oder Winterabend ist „5 Zimmer, Küche, Sarg“ genau der richtige Film zur richtigen Zeit.

 

 

 



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