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Apr 2011
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Wes Craven: Scre4m (USA 2011), gesehen am 19.04.2011 in D´Dorf

Aller guten Dinge sind bekanntlich… vier. Mit dem vierten Teil einer Reihe wird im Filmgeschäft nicht selten ein Schnitt gemacht, um etwas Neues wagen zu können. Denn spätestens mit dem dritten Teil einer Geschichte/Figur treten Abnutzungserscheinungen auf, die den Filmfan langweilen. Das war bei Star Wars so (hier gab es gleich ein Prequel), bei Rocky, Alien, Star Trek und einigen Reihen mehr. Jetzt also, zehn Jahre nach dem dritten Teil, Scream 4. Für den vierten Teil dieser Horror-Reihe konnten fast alle Darsteller aus den vorangegangenen Teilen gewonnen werden, was in erste Linie am sehr guten Drehbuch und an den Personen liegt, die für Scream 4 verantwortlich zeichnen. Herr und Schöpfer der Reihe, Kevin Williamson, hatte zehn Jahre nach dem eher enttäuschenden dritten Teil sowohl den Regisseur Wes Craven als auch die Darsteller Neve Campbell, Couteney Cox und David Arquette gewinnen können. Was für eine Besetzung!

Natürlich kommt der Film nicht ohne zahlreiche Anspielungen auf die Geschehnisse im Woodsboro des Jahres 1996 aus. In dem Jahr war ein Serienkiller durch die Stadt gezogen und hatte (in Scream 1) eine Blutspur des Schreckens in der Kleinstadt hinterlassen. Aus den Teenagern und Studenten von einst sind mittlerweile Erwachsene geworden. Alle versuchen sie auf unterschiedliche Art und Weise das Erlebte von damals zu verarbeiten. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Die Verarbeitungsphase findet jedoch ein jähes Ende, als sich ein Nachfolger des berühmten Ghostface-Mörders zu Wort meldet und fortan Jagd auf Sidneys junge Cousine Jill und deren Freundeskreis macht…

Scream 4 bricht konsequent mit den eigenen Regeln und mit der eigenen Tradition, die durch und in den vorherigen Teilen gesät und genährt wurde. Und das ist die große Überraschung. Wie bereits in Teil 3, benutzt auch die vierte Auflage die Film-im-Film-Ebene, um sich kritisch mit dieser angegrauten Tradition auseinander setzen zu können. Wie bereits in zahlreichen anderen Ablegern innerhalb des Horror-Genres zu sehen (Final Destination, Scary Movie), hatte sich das System des ironischen Überspitzens in den letzten Jahren selbst zum Klischee entwickelt. Williamson und Craven lassen gleich zu Beginn keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie derlei Töne und Zwänge leid sind und verballhornen ihre eigenen Regeln durch ihr Film-im-Film-STAB-Universum, mit dem sie sich gleichzeitig über die stets gleiche Masche des stetig wachsenden Horror-Franchise amüsieren.

Basierend auf diesem Grundton nehmen Williamson und Craven die Medienkritik aus ihrem Klassiker von 1996 wieder auf, formulieren diese neu und zeitgemäß und zeigen mit ihrer Liebe zu den Figuren, dass Regeln von Horrorfilmen dazu da sind, um sie zu brechen.



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