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Aug 2012
20
„Was passiert, wenn´s passiert ist“ von Kirk Jones

Was habe ich mich (als frisch gebackener Vater) auf diesen filmischen Ratgeber gefreut. Erziehungstipps von einer „Expertin“, Entwicklungssprünge, „Was tue ich wann?“, verpackt in einer unterhaltsamen Collage mit bekannten und beliebten Hollywood-Darstellern. Das ein oder andere Klischee hätte ich verschmerzen können, klar, aber dann das…. Zunächst (wieder) einmal eine kleine Anmerkung zur deutschen Titelgebung: „Was passiert, wenn´s passiert ist“ ist so unsagbar typisch deutsch negativ konnotiert, dass man(n) im Hinblick auf den Originaltitel „What To Expect, when You´re Expecting“ (hallo, es heißt erwarten!) regelrecht wütend wird. Dieser Vorgang soll sich aber während der Vorführung noch einige Male wiederholen.

Hollywood will schwanger werden, verfilmt also einen Schwangerschaftsratgeber. Das Sachbuch „What To Expect, when You´re Expecting“ gilt in den USA als Bibel unter den Ratgebern. Stellvertretend für die zahlreichen Ausnahmefälle einer 1a-Schwangerschaft stehen hier vier Frauen. Rosie (Anna Kendrick), Jules (Cameron Diaz), Wendy (Elizabeth Banks) und Skyler (Brooklyn Decker), sie alle haben gemeinsam, dass sie werdende Mütter sind und mehr oder weniger wissen, was sie erwartet. Diaz, Kendrick,… große Namen von sympathischen Darstellerinnen, die in diesem Fall jedoch keine Qualität versprechen. Denn die Probleme oder vielmehr die Problembewältigungen dieser Mütter oder auch Väter haben so viel mit der Realität zu tun wie Schlittschuhlaufen mit Hochsommer.

Im einzelnen wären das die „Probleme“ der freiberuflich arbeitende Fotografin Holly (Jennifer Lopez), die keine Kinder bekommen kann, deshalb ein Baby adoptieren will, ihren Gatten Alex (Rodrigo Santoro) dabei mehr oder weniger außen vor lässt und sich im internationalen Babytourismus ein Kind „bestellt“. Zum zweiten geht es gleich zu Beginn um Fitness-Trainerin Jules (Cameron Diaz) und ihre Affäre, den Startänzer Evan (Matthew Morrison), die beide schlichtweg mit der Tatsache „Schwanger“ überrascht werden. Zum dritten geht es um das Familiengeflecht Vater und Sohn Cooper. Wendy Cooper, biedere Anwältin und Autorin (Elizabeth Banks) und Ehemann Gary (Ben Cross) leiden voller Erwartung unter der Herrschaft der Amok laufenden Hormone, während Vater `Ram the Dam` Ramsey Cooper, ein ehemaliger Rennfahrer, sein Glück mit seiner wesentlich jüngeren Frau Skyler (Brooklyn Decker), zahlreichen Freunden und vor allem auf seinem Blackberry-Tablet teilt.

Shauna Cross und Heather Hach (Drehbuch) beschreiben Klischees, die sich nah der Fremdschäm-Grenze bewegen. Auch auf eine Spannungskurve wartet man vergeblich. Mit Dialogen, die zudem am Rande der Lächerlichkeit balancieren, einer beschämend albernen Väter-Gruppe um Chris Rock und einer Adoptionsgeschichte, die skandalös simpel skizziert wird, manövriert sich diese `Komödie` sehr schnell ins Abseits. Und apropos, witzig sind die einzelnen Geschichten auch nicht. Also, Film auslassen, besseren Ratgeber kaufen!

  

 



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