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Apr 2006
19
Warner Music Group: James Blunt – Back to Bedlam (GB 2006) (gesehen am 16.04.2006 in Münster, Christian)

Konzert-DVDs im Kino haben ihren Reiz. Der Ton ist allererste Sahne, die Leinwand ist groß, der Hörer wird nicht abgelenkt, die Lautsrärke ist auch für die/den Nachbarn kein Problem und ausreichend dunkel ist es auch. Nur sollte im Kino eher das Konzert eines „ruhigeren“ Künstlers gewählt werden. Tanzen oder heftige Bewegungen sind nicht erwünscht. Schließlich ist das Filmtheater (noch) kein (Mitmach-)Auditorium. Außer am Samstag vielleicht – auf dem Land – im Kinopalast vor der Stadt, wenn jeder halbwegs komische Einfall eines durchgeknallten Drehbuchschreibers in einer niveaulosen Komödie mit Schenkelklopfer, Pruster und Nachos-auf-dem-Boden-verstreuer geahndet werden. Aber das gehört hier jetzt nicht hin.

Die neue DVD „Back to Bedlam“ von James Blunt ist meine erste Live-DVD-im-Kino-Erfahrung und ich bin sehr angetan. Dabei gehöre ich nicht einmal zum engsten Fanzirkel des Ex-Leutenants aus England. Die Eintrittskarte war ein Geschenk, das ich gerne angenommen habe.

An Konzertmitschnitte muss man prinzipiell geringere Ansprüche stellen, als an eine Kinoproduktion, in der alle Einstellungen mit viel Zeitvorlauf optimiert werden. Auch sind die Lichtverhältnisse wesentlich schwieriger und von großen Helligkeitsschwankungen und Gegensätzen bestimmt. Umso erfreulicher ist es, dass in diesem, belichtungstechnisch relativ sachlichen Konzert nahezu keine Probleme ernsthaft sichtbar werden. Zudem hat der Filmvorführer eine fantastische Auswahl gefunden und Dokumentarisches über den Künstler mit Live-Konzert-Mitschnitten geschickt verknüpft.

Im Mittelpunkt der DVD steht neben einigen interessanten Details über die Anfänge einer großen Karriere eindeutig das Live-Konzert, das James Blunt für das bei der BBC ausgestrahlte Fan-Event „Live At The BBC“ gegeben hat. Teilweise unterstützt von einem achtköpfigen Streicherensemble läuft der Sänger in Stücken wie „Out Of My Mind“ oder „Wisemen“ zu ganz großer Form auf. Höhepunkt der Liveshow ist eindeutig die Interpretation seines Hits „You’re Beautiful“ sowie das allein am Piano vorgetragene „No Bravery“. Absolut gelungen ist auch die am Ende der DVD und CD platzierte Coverversion des Pixies-Klassikers „Where Is My Mind?“, mit der James Blunt noch einmal seine außerordentlichen stimmlichen Fähigkeiten in den Vordergrund rückt. Rundum ein gelungener Kinobesuch. Live-DVD-Konzert im Kino? Sehr zu empfehlen!



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