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Mai 2008
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Steven Spielberg: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (USA 2008) (gesehen am 19.05.2008, Pressevorführung Köln, Christian)

Die Geschichte, die Mode, die Musik und vieles mehr lehrt uns: Alles taucht irgendwann noch einmal auf! Auch die (besonders durch den Streik der Drehbuchautoren angeschlagene) amerikanische Filmindustrie bildet da keine Ausnahme. Nach John McClane (Stirb langsam 4.0), Rocky Balboa oder John Rambo darf nun eine weitere Ikonographie aus den 80ern zeigen, dass sie noch nicht in den ewigen Schatzkammern der Filmmuseen eine ewige Ruhestätte gefunden hat. Henry `Indiana` Jones III. – Halbtagskraft an der Uni, Fachbereich Geschichte, Spezialgebiet Archäologie – wurde noch einmal berufen, um der Welt von sagenumwobenen Schätzen zu berichten.

Lange 19 Jahre hat es gedauert, bis das Dreamteam Spielberg/Lucas ihren Helden Harrison Ford mit einem geeigneten Drehbuch überreden konnte, zum vierten Mal in die Lederjacke des Abenteurers Indiana Jones zu schlüpfen. Über 1,1 Mrd Dollar hatten die ersten drei Teile der Indy-Saga weltweit eingespielt. Und wenn Geschichtsprofessor Henry Jones III. nach wenigen Filmminuten auf der Leinwand seinen Hut vom Staub befreit, dürften viele Fan-Herzen vor Freude Purzelbäume schlagen. Jede der 122 Filmminuten wird von Regisseur Spielberg genutzt, um der Ikonographie Indiana Jones gebührend die Ehre zu erweisen. Freunde, Feinde, Liebschaften und auch figuren-typischen Einfälle tauchen aus den vorherigen Leinwandauftritten noch einmal auf, um dem mittlerweile gut 60jährigen Indy aktiv zur Seite zu stehen. Und neben Indy wurde still und heimlich auch ein altes Feindbild der Amerikaner, die Russen (angeführt von Cate Blanchett), noch einmal aus der Mottenkiste gekramt, um die zugegeben ziemlich unwichtige Handlung, angesiedelt in den späten 50ern, halbwegs glaubhaft voran zu treiben.

Bei all den zahlreichen Bemühungen blieb nur eins auf der Strecke: der Charme des Handgemachten, der noch die ersten drei Teile ausgezeichnet hat. Das CGI-Kino von heute, der junge Nachwuchsheld und das augenscheinliche Vorbild, die Science-Fiction-B-Filme der 50 Jahre, wollen nicht so Recht mit der Abenteuerfigur aus den 80ern zusammenpassen. Alles in allem liefert dieser vierte Teil nur gute Unterhaltung, die irgendwie ohne Nachhall auskommen muss.



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