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Mai 2007
06
Sam Raimi: Spider-Man 1-3 (USA 2002-2007) (gesehen am 30.04.2007, Triple-Feature Münster, Christian)

Ich muss verrückt sein – komplett verrückt. Montagmittag, strahlendblauer Himmel, 25 Grad Celsius. Und jetzt freiwillig in´s Kino. An diesem Nachmittag zeigt das Cineplex in Münster alle Spider-Man-Filme hintereinander. Den krönenden Abschluss liefert der brandneue, der letzte Film der Spider-Man-Trilogie. Aber ich bin ein Fan. Nicht nur ein Film-Fan, sondern auch ein Fan von Spider-Man. Alle Comics des erfolgreichen Marvel-Helden durfte und konnte ich mir in meiner Jugend leider nicht leisten, aber doch sehr viele. Und jetzt zwingt mich diese Leidenschaft um 17 Uhr ins Kino. Na ja, `zwingen` ist hier vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck.

Der Saal ist bereits am späten Nachmittag sehr gut besucht. Etwa 200 Spider-Man-Begeisterte tummeln sich mit mir im großen Saal 5 des Cineplexes in Münster. Nach einigen Filmtrailern öffnet sich die Leinwand für den ersten Auftritt, der nur vom zweiten nach einer kurzen Pause noch einmal überboten wird. Spannung, Dramatik und Opulenz der Bilder steigen kongruent mit Ablauf der Spielzeit. Kann der dritte Teil diesen Anstieg fortführen? Erst einmal ist die Freude, den zweiten Teil noch einmal gesehen zu haben, sehr groß. Denn Spider-Man 2 ist in allen Belangen ein großartiger Film.

Über fünf Stunden Filmvergnügen liegen bereits hinter mir, da öffnet sich die große Leinwand zum dritten Mal. Der Film des Abends steht nun auf dem Programm. Aber was soll jetzt noch kommen? Es ist doch alles erzählt? Der junge Peter Parker, der als Schüler von einer genmanipulierten Spinne gebissen wurde und sowohl mit eigenen als auch mit fremden Super-Kräften fertig werden musste, hat seinen Schulabschluss geschafft. Seiner großen Liebe Mary-Jane hat er am Ende des zweiten Teils, mit diesem `Handicap` geschlagen, einen Korb gegeben und seine Freunde versprachen ihm die ewige Treue. Doch die Saga geht weiter. Die zahlreichen Gegner aus den noch zahlreicheren Comics stehen schon Schlange.

Und im dritten Teil sind es derer gleich zwei. Als Peter und seiner Tante May mitgeteilt wird, dass der Verantwortliche am Tod des geliebten Onkels noch auf freiem Fuss ist, keimt in dem sonst so charakterstarken Peter ein Gefühl auf, dass er noch nicht kannte: Rache. Regisseur Sam Raimi hüllt seine Bilder und auch das Kostüm seines Helden in bedrohliches schwarz und die Musik wird zunehmend finster, sobald Peter sich diesem neuen Gefühl hingibt. Zudem wird Peter von einem Virus, einer schwarzen Klebmasse aus dem Weltraum, befallen, die ihm noch mehr Kraft und Dynamik verleiht. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich auch das Outfit des Zivilisten Peter Parker, dem ein schwarzer Lidstrich um die Augen eine neue Coolness verleihen soll. Eine Tolle soll zudem betont lässig das sonst so liebe Gesicht in `bösartig` verwandeln. Nicht jeder im Kino kann sich mit der Verwandlung des netten Schülers Parker in einen rachsüchtigen, gestressten Studenten anfreunden. Wie gut, dass das hervorgerufene Kopfschütteln ganz schnell verdrängt wird durch den Auftritt von, zu diesem Zeitpunkt, drei Bösewichtern, die Spider-Man kräftig in seine Schranken weisen.

Ob und wie sich Peter Parker alias Spider-Man gegen die neuen Gegner zur Wehr setzt, dass sollte sich jeder selbst im Kino anschauen. Spider-Man 3 ist beiweitem kein schlechter Film. Doch weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen.



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