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Mai 2015
26
„Sam O´Cool“ von Christian de Vita

Tragisch: Eine Katze hat Darius, den Chef eines ziemlich chaotischen Vogelschwarms, tödlich verletzt. Bevor er sein Gefieder für immer zur Ruhe bettet, kann er einem zufällig anwesenden Vogel ohne Namen (deutsche Stimme: Kostja Ullmann) gerade noch die Geheimnisse des anstehenden Flugs in den Süden ins Ohr krächzen. Dieser etwas tollpatschige kleine Geselle hat ihn aber wohl nicht ganz richtig verstanden: Statt auf direktem Wege nach Afrika leitet der wunderliche neue Anführer seine Mitflatterer über Paris und Holland eher auf seltsamen Wege ins angestrebte Winterquartier. Doch an Fehlern, so die immergrüne Lektion, kann man wachsen, und selbst die Orientierungslosesten haben irgendwo in sich das Zeug zum Helden.

Der französische Regisseur Christian de Vita (er war Storyboard-Zeichner und Animator mehrerer Wes-Anderson-Filme) hat einen zwar nicht sonderlich originellen, aber liebevoll gestalteten Kinder-Trickfilm gedreht, der in den großäugigen Vogelfiguren das Kindchenschema voll ausreizt und zwischen Rührseligkeit und Irrwitz überzeugend eingenordet (oder eher: -gesüdet) ist. Der dämliche deutsche Verleihtitel (Originaltitel: Gus – Petit oiseau, grand voyage) und das pathetische Titellied der tümelnden Innerlichkeitsrocker von Unheilig waren gar nicht nötig – aber das ist wohl der Terror des Marketings.

 

 

 



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