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Mrz 2007
01
Robert de Niro: Der gute Hirte (USA 2007) (gesehen am 26.02.2007, Münster, Christian)

Ein neues „Cineastisches Quartett“ stand an. Ein Film, den wir ausgwählt hatten: Robert de Niros „Der gute Hirte“ über die Entstehung der CIA. Ich stellte mich auf ein Polit-Drama im Stil von „Thirteen Days“ oder „München“ ein, wurde im Nachhinein aber positiv überrascht. Trotz der langen Spielzeit von 167 Minuten.

Robert de Niros Film fängt an mit einem Jungen, dem sein Vater einschärft, man dürfe nie lügen. Der junge Edward Bell Wilson wird später Mitglied eines Lyrik-Kreises an der Elite-Universität von Yale. Zudem wird er Mitglied eines Geheimbundes. Den Mitgliedern des Bundes muss er in einer Art Mutprobe gestehen, dass er über viele Jahre seine Familie belogen hat, weil er als einziger wusste, dass sich sein geliebter Vater umgebracht hat und nicht, wie alle glaubten, durch einen Unfall ums Leben gekommen ist. Dieser introvertierte Edward wird von Matt Damon gespielt. Damon verkörpert die Hauptfigur hinter dicken Brillengläsern so ausdruckslos wie möglich, als ein Mann, dessen Zugriff aufs Leben so lustlos und schwach ist, dass er die einzige Erregung offenbar nur noch darin findet, aus Lügen und Täuschungen etwas zu spinnen, was er für das Leben hält.

Als Mitglied des Lyrik-Kreises wird er von einem FBI-Rekrutierer angesprochen, Informationen über den zwielichtigen Lyrik-Professor zu sammeln. Edward wird ein kleines Rädchen im System. Im Laufe der Spielzeit wird das Rädchen immer größer, bis er eines Tages maßgeblich an der Kuba-Krise in den 60er Jahren beteiligt ist und den Auslandsgeheimdienst CIA leitet. In dieser eiskalten Scheinwelt der Spionage tummeln sich in mehr oder weniger bedeutenden Rollen weitere Stars wie Alec Baldwin, William Hurt, Timothy Hutton, John Turturro, Billy Crudup und eben auch Martina Gedeck und Angelina Jolie. Als Regisseur scheint es De Niros Projekt, den Schauspielern den Glamour auszutreiben – und das ist ja auch nur folgerichtig in einer Welt, in der der Einzelne nur ein Rädchen im Spiel der Mächte ist.

Mehr zum Film in unserem Audio-Kommentar des Cineastischen Quartetts zu „Der gute Hirte“.



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