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Jun 2007
13
Raman Hui, Chris Miller: Shrek der dritte (USA 2007) (gesehen am 12.06.2007, Sneak-Preview in Münster, Christian)

Aller guten Dinge sind drei in diesem Filmjahr 2007. Ob die vielen Sequels immer nur Geldmacherei sind, möchte ich hier nicht diskutieren. In fast 80 Prozent aller Fälle jedoch gehen die vielen Fortsetzungen zu Lasten der Qualität der Ursprungsidee. Wie gesehen, auch im dritten Teil von Shrek.

Obwohl bei einem Budget von 160 Millionen Dollar für Teil 3 auf technischer Seite keine CGI-Wünsche offen bleiben, wird das starke aber oft erfolglose Bemühen der Drehbuchentwickler um Chris Miller in punkto Inhalt in jeder Szene sichbar. Hier tritt das ein, was oft mit `auserzählt` oder `ausgelutscht` beschrieben wird. Während der zweite Teil noch an das Niveau des ersten Teils anknüpfen konnte, auch weil er die Entwicklung der Figur voran trieb (und ein gestiefelter Kater hinzukam), bietet Shrek der dritte keine neuen Fortschritte, ja mehr noch, sogar ein Rückschritt ist erkennbar.

Der dritte Teil beginnt mit dem Todeskampf von Shreks Schwiegervater, König Harold, einem Frosch: Als dieser Shrek in den (albernen) letzten Sekunden seines Lebens zum Thronfolger bestimmt, versucht sich der gruene Oger als Regierungsoberhaupt. Doch die Qualen, die damit verbunden sind, sind Shrek zu viel. Die Suche nach einem geeigneteren Thronfolger beginnt. Shrek sticht in See und versucht stattdessen den jungen Artie, den einzigen weiteren Anwärter, zu dieser Ehre zu ueberreden. Doch auch Prinz Charming, der Bösewicht aus dem Vorgaengerfilm, hat seine Ambitionen noch nicht aufgegeben und plant mit anderen finsteren Gestalten einen Angriff auf das Schloss des Landes.

Die Unverfrorenheit der ersten beiden Filme, den zahlreichen Märchenfiguren ein ganz neues, anderes Bild zu geben, weicht auf und wird hier durch Milde ersetzt. Der Demaskierung der Legenden um Captain Hook, Merlin, Schneewittchen, Bambi und Co. fehlt es an Schlag- und Überzeugungskraft – ebenso wie dem Oger selbst. Shrek ist gutmütiger und glatter geworden. Und langweiliger. Da können letztendlich auch die zahlreichen kleinen kotzenden Nachkommen der Oger-Familie den Film nicht mehr retten.



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