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Nov 2012
23
„Pieta“ von Kim Ki-Duk

Der vielfach preisgekrönte Südkoreaner Kim Ki-Duk, bekannt für wenig zimperliche, grenz-surreale filmische Gewalterforschungen, setzte sich im Homevideo „Arirang“ zuletzt mit den eigenen Depressionen auseinander und holte mit seinem im Anschluss gedrehten Langfilm „Pieta“ prompt (nach den Auszeichnungen für „Bin-jip“ 2004) wieder den Goldenen Löwen in Venedig. Anfangs bietet der Koreaner böse Kapitalismuskritik: Da zieht ein Geldeintreiber durch die Armenviertel von Seoul, nötigt säumige Zahler zur Selbstverstümmelung, um anschließend deren Invalidenrente abzugreifen – womit den Gepeinigten weder ihr Handwerk noch ihr Erspartes bleibt. Danach tritt ein Rätsel in den Film: Eine ältere Frau taucht auf, die behauptet, des Geldhais lang verschollene Mutter zu sein. Der wehrt die Frau erst brutal ab, kommt ihr dann aber allmählich nahe – bis die Handlung eine geradezu ungeheuerliche Wendung nimmt.

Schwer erträgliche Grausamkeit, christliche Symbolik, grandiose Darsteller: „Pieta“ ist eine Zumutung im künstlerisch positiven Sinne, vor allem aber ein zutiefst intensiver Film über Schuld, Sühne und Moral. Sehenswert.

  

 



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