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Okt 2015
10
„Pan“ von Joe Wright

Der „Peter Pan“ von J.M. Barries ist eine Lieblingsfigur des Kinos – von Disney über Spielberg bis hin zu Johnny Depp haben sich viele Größen ihrer angenommen. Verglichen mit diesen Vorgängern wird dieses dröhnende 3D-Effektspektakel von „Anna Karenina“-Regisseur Joe Wright nicht lange im Gedächtnis bleiben. In dieser Version lebt Peter Pan (Levi Miller) während des Zweiten Weltkriegs in einem von bösen Nonnen tyrannisierten Londoner Waisenhaus. Eines Nachts erscheinen Piratenschiffe am Himmel, die die Kinder als Sklaven für Captain Blackbeards Minen kidnappen. Auch Peter landet im Nimmerland, wo er alsbald seine Flugfähigkeit entdeckt und mit Captain Hook (Garrett Hedlund) und Tiger Lily (Rooney Mara, „Verblendung„) gegen Blackbeard (hemmungslos chargierend: Hugh Jackman) kämpft. Aber eigentlich sucht er nur seine Mutter.

Was eingangs noch als Spiel mit stilistisch konträren Versatzstücken gefällt (in Blackbeards Minen singt man Songs von Nirvana und den Ramones), zerfasert bald zur seelenlosen, oft öde rumorenden Actionsause, die sich nicht entscheiden kann, ob es eher in Richtung „Fluch der Karibik“ oder „Star Wars“ gehen soll und letztlich zwischen den Stühlen hängenbleibt. Von dem, was Barries „Peter Pan“ so zeitlos machte, von Magie, Gefühl und der Ambivalenz des Nichterwachsenwerdenwollens, ist bei Joe Wright nichts zu spüren.

 




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