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Feb 2007
18
Nikolaus Geyrhalter: Unser täglich Brot… (Österreich 2005) (gesehen am 18.02.2007, Christian)

Karnevalswochenende. Schnell noch einige Einkäufe. Natürlich im Discounter. Ich wundere mich, dass ich für die Einkäufe für ein langes Wochenende nur etwa 25 Euro ausgebe. Dennoch ist alles dabei: Paprika, Eier, Brot, Milch, Nudeln, etc.. Toll. Zeitsprung. Nur einen Tag später. Ich sitze im Kino. Mit mir noch drei andere Filmfreunde. Schlecht besucht für eine Dokumentation denke ich mir, wo doch Dokumentationen zur Zeit sehr angesagt sind. Sei´s drum.

Der Vorhang geht auf. Ein Mann in Gummihose und Gummistiefeln säubert mit einem Hochdruckreiniger den blutigen Boden. Rechts und links von ihm hängen Schweinehälften. Wenig später spritzen in Plastik vermummte Männer Düngemittel auf Tomaten. Das ganze geschieht wortlos. Kommentarlos. Keine Interviews. Nur die monotonen Geräusche in den hochindustrialisierten Fabrikhallen und Aufzuchtstationen sind zu hören. Nach `Darwins Alptraum` und `We feed the World` kommt nun innerhalb von zwei Jahren der dritte Dokumentarfilm über die Nahrungsmittelindustrie ins Kino. Wieder einmal aus unserem Nachbarland Österreich. Da hat der Verleih wohl ein gutes Händchen gehabt und die Zeichen der Zeit erkannt. Und wer es immer noch nicht wusste oder vielleicht auch gar nicht wissen will: Wer im Winter kostengünstiges, frisches Gemüse oder beispielsweise Eier für nur 15 Cent essen will, der oder die muss sich nicht wundern, dass dies zu Lasten unsere Umwelt geht.

Regisseur Geyrhalter ging es hier um die `Entfremdung im Bezug zur Entstehung von Nahrung`. Das ist ersichtlich. Nur drückt er sich davor, was sonst alle Dokumentarfilmer(innen) tun: Stellung zu beziehen oder gar eine Gegenvision zu entwerfen. Vielleicht hätte eine Zahlenspielerei oder ein begleitender Off-Kommentar für etwas mehr Unterhaltung gesorgt. So hat der Regisseur zwar sein Ziel erreicht, den Zuschauer jedoch nicht. Dennoch ein wichtiger Film. Ich kaufe mein Gemüse sonst auch nie im Discounter. Dieses Wochendende, das war eine Ausnahme. Nach diesem Film bestimmt die letzte.



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