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Jun 2008
02
Nicholas Stoller: Nie wieder Sex mit der Ex (USA 2008) (gesehen am 02.06.2008, Pressevorführung, Christian)

Hauptdarsteller Jason Segel kommt aus der Dusche. Plötzlich steht seine hübsche Freundin Sarah (Kristen Bell) (unerwartet früh von einem Drehtag zurück) vor ihm in der gemeinsamen Wohnung. Sie sind seit über fünf Jahren ein Paar. Doch Sarah, TV-Star einer erfolgreichen Krimiserie, bringt keine guten Nachrichten mit: Sie will sich von ihrem Peter, dem mittelmäßig begabten Komponisten, trennen. Peter lässt vor Schreck sein Handtuch fallen; er steht komplett nackt vor Sarah. Dieser ist das sichtlich unangenehm. Doch Peter bleibt eine gefühlte Ewigkeit so vor ihr stehen. Und mit ihm friert anscheinend auch die Kamera. Eine Situation, die sicherlich den meisten unangenehm wäre. Nur nicht dem kreativen Team um (wieder einmal) Judd Apatow. Diesmal hat sich der zurzeit erfolgreichste Komödien-Hitproduzent seinem Hauptdarsteller aus seiner „Feeks and Geeks“ TV-Serie, Jason Segel, angenommen und dessen Drehbuch umgesetzt. Und was macht der? Der besetzt sich gleich selbst in der Hauptrolle.

Segel spielt einen ganz und gar durchschnittlichen Typen namens Peter Brenner, der erst verlassen wird, daraufhin nach Hawaii reist, um seine Trauer zu verarbeiten, dort auf (wie der Titel schon verspricht) seine Ex trifft, um diese dann mit der attraktiven Hotel-Angestellten Mila Kunis eifersüchtig machen zu können. Der Inhalt klingt so viel versprechend wie der Titel des Films. Und „Forgetting Sarah Marshall“, wie der Film im Original heißt, ist auch die befürchtete Selbstinszenierung, die der versierte Kinobesucher bereits beim flüchtigen Betrachten der Namen auf dem Filmplakat vermuten dürfte. Nur werde ich mich an dieser Stelle hüten, den Film komplett zu verreißen. Denn der Film hat viiiele Tiefen aber zugegeben auch einige Höhen. Die kleinen Glanzlichter dieser neuen Apatow-Mischung aus Schock und Zärtlichkeit setzen die hervorragend besetzten Nebendarsteller. So verkörpert beispielsweise Apatow-Jünger Jonah Hill („Superbad“) einen Restaurant-Platzanweiser, wie man ihn bisher noch nicht gesehen hat oder ein großartiger Bill Hader überzeugt als unvergleichlicher Supernerd und Film-Bruder mit noch nie zuvor gesehenen und absolut empfehlenswerten Bruder-Tipps. Selten hat mich ein Film gleichermaßen so abgestoßen wie unterhalten. Ja, ich bin ratlos.

Der Film startet am 12. Juni in den deutschen Kinos.



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