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Jan 2006
18
Neele Leana Vollmar: Urlaub vom Leben (D, 2005) (gesehen am 18.01.2006 in Köln, Deutschlandpremiere, Regina)

Was die 27 Jahre junge Regisseurin und Absolventin der Filmakademie Baden-Württemberg, Neele Leana Vollmar, als Abschlussfilm vorlegt (an dem Projekt waren noch andere Absolventen der Akademie beteiligt), verdient Beachtung. Vom ZDF koproduziert und vom rührigen Schwarz-Weiß-Filmverleih (als erster deutscher Film im Programm) in die Kinos gebracht, könnte er durchaus sein Publikum unter den Liebhabern kleiner europäischer Filme finden. Gustav-Peter Wöhler (in seiner ersten Kino-Hauptrolle) ist in „Urlaub vom Leben“ die perfekte Verkörperung von Traurigkeit und Alltagstrott. Man muss Mitleid haben mit dieser tragikomischen Figur, obwohl sie auf den ersten Blick nichts Sympathisches hat. Ein kleiner Bankangestellter, überflüssig in seinem eigenen Leben. Und die anderen Darsteller? Gut, bei Lars Rudolph könnte ich wie immer Ausschlag bekommen. Gottlob ist seine Rolle nicht sehr groß. Dafür sind alle anderen Darsteller um so mehr zu loben, besonders die beiden Kinder agieren umwerfend.

Leider wird „Urlaub vom Leben“ über einen Pressetext verkauft, der glauben macht, es hier mit einem typisch deutschen Depri-Film zu tun zu haben. Nicht geleugnet werden kann, dass er trotz seiner nur 87 Minuten Längen hat und stellenweise über Fernsehspielniveau nicht hinaus kommt. Andere Passagen dagegen sind hervorragend gelungen und lassen das Talent der Regisseurin erkennen. Und wie der kleine graue Bankangestellte dann doch noch und völlig unspektakulär wenigstens ein kleines bisschen Spaß am Leben bekommt, ist sehenswert. Kein großes Kino, aber ein beachtenswertes Debut. Der Film startet am 02. Februar 2006 in den deutschen Kinos.



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