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Mai 2013
24
„Mutter und Sohn“ von Calin Peter Netzer

Der überraschende, aber nicht ganz unverdiente Gewinner des Goldenen Bären auf der Berlinale im Jahr 2013 kommt aus Rumänien – einem Land, das sich zuletzt auch auf den anderen großen Festivals als aufregende Film-Nation präsentieren konnte (Goldene Palme in Cannes für „4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage“). Regisseur Calin Peter Netzer („Ehrenmedaille“) folgt in seinem Drama – fast den dänischen Dogma-Regeln gemäß mit Handkamera, Originallicht und ohne komponierten Soundtrack – einer Arztgattin mittleren Alters aus der rumänischen High Society, die ihre alten Ceauces­cu-Seilschaften nutzt, um ihren Mittzwanziger-Sohn aus einer fatalen Lage zu befreien: Das verklemmte Söhnchen hat einen Jugendlichen totgefahren und sieht einer mehrjährigen Haftstrafe entgegen.

Wie die Mutter (Luminita Gheorghiu) mit Bestechung, Manipulation und einer nie abgelegten Attitüde der Hochwohlgeborenen für ihren komplett entmündigten Sohn ins Feld zieht, schildert Netzer mit einer gewissen Faszination, stets aber auch hart am Rande der Denunziation. Im Sinn hat er das bittere Porträt einer korrupten postsozialistischen Gesellschaft, in der sich Probleme nur mit Geld lösen lassen. Sehenswert.

  



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