BLOG

Jul 2016
18
Mit besten Absichten

Es ist die Startwoche der aufdringlichen Elternteile: In „Toni Erdmann“ nervt der Vater, in „Mit besten Absichten“ die Mutter. Versöhnlich endet es, soviel sei verraten, auch bei Lorene Scafaria. Die Tochter ist in Scafarias zweitem Kinofilm (nach „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“) eine leicht verbitterte und frisch getrennte Drehbuchautorin (schön verspannt gespielt von Rose Byrne aus den „Bad Neigh­bors“-Komödien), die Mutter frisch verwitwet und auf der Suche nach einem Sinn fürs letzte Lebensdrittel.

Zu diesem Zweck zieht Marnie (souverän: „Thelma & Louise“-Star Susan Sarandon) von der Ostküste nach Los Angeles, wo sie sich ungefragt in das Leben von Tochter Lori mischt, was zu erwartbaren Konflikten führt. Ausgestattet mit einem beachtlichen Bankguthaben, das ihr von ihrem Mann hinterlassen wurde, hat Marnie es sich in einem tollen Apartment gemütlich gemacht, das neue iPhone immer griffbereit. Auch sonst macht Marnie Bekanntschaften an jeder Ecke. Mit dem Polizisten Zipper („Whiplash“-Mentor J. K. Simmons) ist sogar mehr drin.

Romanzen älterer Frauen sind in Hollywood immer noch ungewöhnlich, und Sarandon, die dieses Jahr tatsächlich schon siebzig wird, spielt das nonchalant. Regisseurin Scarfaria kümmert sich herzlich wenig um dramaturgische Zwänge, die Story ist eine lose Aneinanderreihung von hübschen Miniaturen. Der Rest des Films mäandert etwas ziellos, aber unterhaltsam vor sich hin.

 

 

 

 

 



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Blog abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*