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Jul 2006
29
Michael Mann: Miami Vice (USA 2006) (gesehen am 25.07.2006, Pressevorführung, Christian)

Erfolgreiche TV-Serien sind als Leinwand-Destillat nicht immer erfolgreich. Als Beispiele sind hier „Star Trek“, „Akte X“ (1998) oder „The Avengers“ (1998) genannt. Mit großer Spannung wurde vor diesem Hintergrund die Leinwandadaption des 80er-Jahre Serienhits „Miami Vice“ erwartet. Der damals verantwortliche Produzent und heutige Star-Regisseur Michael Mann („Heat“, „Inside-Man“, „Collateral“) wollte für die Kino-Version unbedingt selbst die Regie übernehmen.

Für das Projekt hat Michael Mann erst grünes Licht gegeben, als er seine Wunschbesetzung verpflichten konnte. Schließlich wusste er genau, dass viele Serienfans, zu denen auch ich gehöre, die beiden Leinwanddarsteller mit den damaligen TV-Serienstars Don Johnson und Philip Michael Thomas vergleichen werden. Doch Michael Mann unterläuft hier geschickt diesen Verglich, in dem er zwar die Hauptrollen mit den ebenso coolen Vollblutschauspielern Colin Farell und Jamie Foxx besetzt, jedoch die 80er-Jahre Fashion-Statements und die serientypische Hochglanzfassade durch ein düsteres Thrillerszenario ersetzt, das auf Intensität und Realismus baut.

Sofort zu Beginn taucht der Kinobesucher ohne Vorwarnung in eine Michael Mann typische Atmosphäre ein, indem er die beiden Cops Sonny Crocket (Colin Farell) und Ricardo Tubbs (Jamie Foxx) spät nachts in eine Disco begleitet. Hier soll das Team der beiden einen Mädchenhändlerring auffliegen lassen. Doch der Einsatz wird abgebrochen, als Detective Sonny Crocket einen Notruf von einem V-Mann erhält, der von einem misslungenen Einsatz berichtet. Um den Maulwurf in den eigenen Reihen ausfindig zu machen, der dafür verantwortlich war, dass der Einsatz fehl schlug, werden Sonny und Ricardo in die Schmugglerszene eingeschleust.

Die Miami Vice Modernisierung löst sich von den heroischen Posen der 80er und zeigt wesentlich mehr Gefühl und Intensität. Hauptfigur Sonny Crocket verliebt sich hier in die Ehefrau eines Schwerkriminellen (Gong Li). Die Liebesgeschichte macht einen Schwerpunkt des Filmes aus. Doch zusammen mit der aus der TV-Serie übernommenen Coolness, den schicken Luxusautos und den männlich lockeren Onelinern geht die Leinwand-Mixtur auf und sorgt trotz unfreiwilliger, erkennbarer Kürzungen in der Lauflänge für beste, weil spannende und mitreißende Kinounterhaltung.



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