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Aug 2009
05
Michael `Bully` Herbig: Wickie und die starken Männer (D 2009) (gesehen am 04.08.2009, Pressevorführung in Köln, Dimitrios)

Eine Weile ist es her, dass Michael „Bully“ Herbig für seine Suche nach unverwechselbaren Typen, die Wickies Wikingerfreunde an Bord darstellen sollten, eine TV-Castingshow machte. Am Ende wurden von über 4.000 Bewerbern sechs Darsteller ausgesucht. Einer davon, der 11-jährige Jonas Hämmerle, der sich gegen 600 Mitbewerber durchsetzen konnte und jetzt in die Rolle von Wickie, dem gewitzten Wikingerjungen, schlüpft. Nun steht der Streifen in den Startlöchern, offizieller Kinostart ist der 9.9.2009 und einige wenige Glückliche hatten am 4.8.2009 in Köln das Vergnügen, sich nicht nur den fertigen Film anschauen zu dürfen, sondern auch gleich ein paar der Darsteller auf der anschließenden Pressekonferenz live zu erleben.

Ein bisschen anders als erwartet, präsentiert sich der Film schon: Bully ist mit dem Projekt über den Comic-Stil der Animationsvorlage hinausgewachsen – es ist ein richtig aufwendiger Abenteuerfilm geworden. Über das genaue Budget wird sich ausgeschwiegen; zweistellig ist es auf jeden Fall. Nicht gerade wenig für eine deutsche Produktion, aber seit „Der Schuh des Manitu“ und „Traumschiff Surprise – Periode 1“ ist jedem Geldgeber klar, dass Bully-Filme ein Kassenmagnet sind und ein Vielfaches der Investitionen einspielen.

Trotz einiger kreativer Änderungen ist die Realverfilmung der gleichnamigen 78-teiligen Fernsehserie, die vom ZDF erstmalig in den 70ern ausgestrahlt wurde und ihrerseits auf eine fünfteilige Kinderbuchvorlage basiert, ein klare Hommage ans Original geworden. Bully adaptiert bekannte Motive und jeder, der sich auch nur vage an die Serie erinnert, wird sofort mit Deja-vus konfrontiert werden – selbst wenn er nicht jede Szene gleich eindeutig zuordnen kann. Bully fügt aber neues hinzu und entstaubt gleich vorsorgehalber den in die Jahre gekommenen Kulthit der Kinderzimmer – einzig und allein leidet ein wenig der altbackene Charme der Serie darunter. Man kann es nie jedem recht machen.

Hohe Schauspielkunst sollte man nicht erwarten, es ist ein gelungener Mix aus altem und neuem; Laiendarstellern und gestandenen Profis wie Günther Kaufmann und Christoph Maria Herbst. Und auch für Bully selber gab es noch eine kleine Rolle im Film; soviel Narzismus muss dann wieder gestattet sein. „Wickie und die starken Männer“ ist ein gelungener Film für zwischendurch. An die vorhergehenden Produktionen kommt er nicht ganz heran, fällt aber nicht extrem ab und ist ohnehin eher als Kinder- und Familienfilm konzipiert. Kurzeilige humorige Unterhaltung ist garantiert.

Der Film startet am 09.09.2009 in den deutschen Kinos.



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