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Mai 2015
30
„Mein Herz tanzt“ von Eran Riklis

Der israelische Regisseur Eran Riklis („Lemon Tree“) ist bekannt für kistenweise Festivalpreise und für seine differenzierte filmische Haltung zum Nahostkonflikt. Auch in seinem neuen Werk zeigt er dies: Riklis erzählt vom begabten Jugendlichen Eyad, einem palästinensischen Israeli, der es in den 1980er Jahren auf eine jüdische Eliteschule in Jerusalem schafft.

Dort hat er zunächst mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Doch dann freundet er sich mit einem Rollstuhlfahrer an, und alles wird besser. Seine Liebe zur jüdischen Mitschülerin Naomi muss indes geheim bleiben. „Mein Herz tanzt“ basiert auf einem Roman von Sayed Kashua. Der arabisch-israelische Schriftsteller machte im letzten Sommer Schlagzeilen, als er von Jerusalem nach New York umsiedelte: Der anti-arabische Rassismus im Land sei ihm unerträglich geworden. Riklis´ zwar sehr glatt und konventionell inszeniertes, aber zum Glück niemals kitschiges Melodram setzt dieser Desillusioniertheit ein zaghaft hoffnungsvolles Bild entgegen: Kulturelle, identitäre und religiöse Fragen werden darin clever gegen den Strich gebürstet, die meisten Klischees elegant umschifft.

 

 

 



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