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Jan 2007
06
Martin Koolhoven: Das Schnitzelparadies (Niederlande 2005) (gesehen am 02.01.07, Sneak-Preview, Christian l Hier Trailer zum Film als wmv…)

Für alle, die es noch nicht wissen: Münster/Westfalen liegt nur unweit der holländischen Grenze. Darum kommt es fast jedes Jahr in Münster zu einem Austausch der aktuellen nationalen Filmproduktionen, meist in Form eines Filmfestes. Warum diese Info wichtig ist? Weil in der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Sneak-Preview (jeden Dienstag ausverkauft, 650 Besucher, eingeschworene, schreibwütige Cineasten-Gemeinde) lange vor dem Filmstart (15.03.2007) ein Film gezeigt wurde, der in unserem Nachbarland in 2005 viele Besucherrekorde gebrochen hat. Vielleicht ein Test für das hiesige Publikum?

Es geht um ein Hotel-Restaurant. Oder besser um die Küche des Restaurants. Hauptakteur ist ein junger Marokkaner, der eigentlich Medizin studieren soll aber lieber heimlich als Spülhilfe jobbt. Und zwar ausgerechnet da, wo Looser aller Länder schuften: in der Schmuddel-Küche des Hotels „Zum Blauen Geier“. Hier kämpfen Holländer, Marokkaner, Serben und Türken mit widerspenstigen Schnitzeln, schmutzigen Pfannen und ihrem feisten Chef. Nordip, so der Name des intelligenten, sensiblen, gut aussehenden Marokkaners, wirkt in der Küche wie ein Alien von einem anderen Stern. Doch Nordip will sich durchbeißen, sich und seiner Umwelt etwas beweisen. Natürlich verliebt er sich auch, und zwar in die gutaussehende Nichte der zugeknöpften Hoteldirektorin, die ihm mit Küsschen und Kurven den Kopf verdreht. Doch Nordip gewinnt neue Freunde und am Ende wird natürlich alles gut.

So viele Stereotypen hat man selten in einem Film gesehen, eine so vorhersehbare Story selten erlebt. Doch diese romantische Comedy of Cultures funktioniert, weil sie sich über ihre Protagonisten nie lächerlich macht (na ja, fast nie), schneller verdaulich ist als das schnellste Fast Food und mit köstlicher Selbstironie aufgetischt wird! Was „BangBoomBang“ für den Pott, ist/war „Het Schnitzelparadijs“ für die Holländische Gastronomie. Nett, aber kein „Must-See“.



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