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Mrz 2007
10
Mark Steven Johnson: Ghost Rider (USA 2006) (gesehen am 05.03.2007, Münster, Christian)

Montagnachmittag. Kino 7. Der aktuelle Spitzenreiter der deutschen Kinocharts stellt sich mir zur Schau. Den will aber mit mir an diesem Nachmittag keiner sehen. Ich sitze alleine im Kino. Der Vorhang geht auf und ich befinde mich mitten im Geschehen einer Motorrad-Stuntshow. Vater und Sohn Blaze zeigen, was sie drauf haben. In der ersten halben Stunde von Mark Steven Johnsons Comicverfilmung „Ghost Rider“ wird der Zuschauer mit einer rührenden Vater-Sohn-Geschichte emotional „getouched“, wie es im Drehbuchschreiber-Fachjargon heißt. Doch dann wendet sich das Blatt. Der junge Blaze hatte einst, um seinen todkranken Vater zu retten, seine Seele an den Teufel (Peter Fonda) verkauft. Dieser fordert nun – Johnny ist inzwischen der erfolgreichste Stunt-Motorradfahrer der Welt – seinen Schützling dazu auf, für ihn in den Krieg zu ziehen. Und zwar gegen den jungen Sohn (Wes Bentley) des in die Jahre gekommen Teufels, der in die Fußstapfen seines Vater treten will.

Ich frage mich an dieser Stelle, ob die Verantwortlichen des Films den alten deutschen Schlager: `Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad` kennen? Wohl kaum. Dennoch wird dieser Film nach der geschickt eingefädelten Vater-Sohn-Geschichte ähnlich abstrus. Denn der sichtlich auf jung getrimmte Nicholas Cage muss nun Nacht für Nacht als totenkopftragender Zombie auf einem brennenden Motorrad durch amerikanische Großstädte und Wüsten brettern, um menschliche und übermenschliche Bösewichte mit einer Eisenkette und einem unerschöpflichen Arsenal an Special Effects zu bekämpfen. Die Jagden durch die Häuserschluchten sind doch arg schlecht gezeichnet, sprich animiert, und Dialoge wie: „Gnade ist ausverkauft!“ rufen allerhöchstens ein abwertendes Schmunzeln denn ein spannendes Mitfiebern hervor. Gut, dass dies eine Comic-Verfilmung ist und Nicholas Cage schon viel bessere Filme gemacht hat.



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