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Mrz 2009
14
Marc Abraham: Flash of Genius (USA 2008) (gesehen am 03.03.2009, Sneak Preview in Münster, Christian)

Münster und die Sneaker. Das ist eine lange, eine schöne Geschichte. Jeden Dienstag eine neue Überraschung im (meistens) vollbesetzten Kinosaal. Eine Tradition, die von vielen Filmfreunden aus Münster seit Jahren gepflegt wird. Und da die Münsteraner Studierenden zudem sehr schreib- und auskunftsfreudig sind, hat sich die Bewertungsfreude der Cineasten bis nach Berlin und München herumgesprochen. Auch der Filmverleih Kinowelt kennt die eifrigen Münsteraner und ihre Schreibfreude und schickt immer öfter einen ihrer Filme in die beschauliche Westfalenmetropole. Diese dürfen die Sneaker dann als eine der ersten in Deutschland sehen und anschließend natürlich auch begutachten. Bei „Flash of Genius“ wollte der Verleih über die Bewertung von 1 bis 6 hinaus aber noch mehr wissen, denn der Film von Marc Abraham über den jahrelangen Patenstreit eines Ingenieurs ist in den USA trotz guter Kritiken gefloppt (Einspiel etwa 4 Mio. Dollar).

Erzählt wird die wahre Geschichte von Bob Kearns, hier verkörpert durch Greg Kinnear. Der College-Professor hat eines Tages einen „Flash of Genius“ (Geistesblitz) und erfindet die Intervallbetätigung bei Scheibenwischern. Seine Erfindung wird 1967 von ihm patentiert. Außerdem präsentiert er sie den Ingenieuren der übermächtigen Ford Corporation. Diese sind zwar begeistert, melden sich daraufhin aber nicht mehr bei ihm. Kearns will die Intervallschaltung selber herstellen. Er setzt alles auf eine Karte und muss mit ansehen, wie sich Ford seiner Erfindung bemächtigt und diese wenig später im neuen PKW-Modell vorstellt. Daraufhin zieht Kearns vor Gericht, verliert dabei Freunde, Frau und fast auch seine Kinder, die allesamt einer Auseinandersetzung mit dem großen Konzern kritisch gegenüberstehen.

Der Film spannt einen Zeitrahmen von knapp 30 Jahren (1953 bis 1982). Hauptdarsteller Kinnear leidet und altert über die Spielzeit von 120 Minuten zwar sehr überzeugend, doch der Film will nicht so recht unter die Haut gehen. Ist Kennear vielleicht zu sehr Komiker? Liegt es an dem schon zu oft gesehenen David-gegen-Goliath-Plot? In den USA platzte der Film in die Finanzkrise, weshalb ihn dort keiner sehen wollte. Die Münsteraner waren sehr angetan. Und vielleicht hatte ein Münsteraner vielleicht auch den „Flash of Genius“ was den deutschen Titel anging. Denn den durften sie auch wählen. Aber das werden wir wohl erst im Juni erfahren, wenn der Film in den deutschen Kinos anläuft.



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