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Jul 2008
08
Louis Leterrier: Der unglaubliche Hulk (USA 2008) (gesehen am 07.07.2008, Preview, Christian)

Die Figur Hulk, die sich Dank seiner unglaublichen Kampfkraft, Größe und Stärke zu einer der populärsten Zeichentrick-Helden des letzten Jahrhunderts entwickelte, wurde von Autor Stan Lee und Zeichner Jack Kirby erfunden und debütierte im Mai 1962 in einer Marvel-Comic-Serie. Lee und Kirby schwebte dabei nicht ein „reiner“ Held a la „Superman“ vor, sondern ein „missverstandener Held“. Ein Monster, groß und zerstörerisch, das ein gutes Herz haben sollte. Nach einigen TV-Auftritten als Zeichentrickfigur in den 60ern und als reale Figur in den späten 70ern trat Hulk erstmalig im Jahre 2003 auf der großen Leinwand in Erscheinung. Ang Lees (über)ambitionierter Interpretation der Saga vom Superhelden im Krieg mit sich selbst wurde jedoch von den Fans und entsprechend an der Kinokasse abgestraft. Nur fünf Jahre später, die Marvel Studios sind inzwischen unabhängig, präsentiert sich das 08er-Modell nun als aufgepumpte Steroid-Action-Variante. Statt Arthouse-Liebling Ang Lee (Der Eissturm, Brokeback Mountain) hat nun der französische Actionregisseur Louis Leterrier (The Transporter) das Regie-Ruder übernommen. Auch er erzählt noch einmal die Geschichte des Wissenschaftlers Dr. Bruce Banner (Edward Norton statt Eric Bana), der durch biochemische Experimente verstrahlt, ein Leben im Abseits führt und in dessen Körper eine unbändige Kraft ruht, die nicht mehr zu kontrollieren ist: Bei jedem Anflug von Wut mutiert Banner zu Hulk, dem gewaltigen, grünen Monster.

Im Gegensatz zu Ang Lees Verfilmung mit Eric Bana bekommt es Edward Norton hier mit einem Widersacher zu tun: Als die Heilung seiner unkontrollierten Mutationen für ihn zum Greifen nah ist, erscheint die alles zerstörende Bestie Abomination: Der mutierte Super-Soldat Emil Blonsky (grimmig: Tim Roth) hat sich aus purer Machtgier ähnlichen Experimenten unterworfen wie Banner. Und seine Zerstörungswut übertrifft die des grünen Hünen bei weitem. Um Abomination zu bekämpfen, muss der Wissenschaftler eine quälende wie endgültige Entscheidung treffen: Entweder er wählt das friedliche Leben als Bruce Banner, oder er akzeptiert sein inneres Monster und formt es zum Helden.

Diese Neuauflage ist ein trauriger, grimmiger Film. Die zahlreichen CGI-Effekte sind zwar der einer 150-Millionen-Dollar-Produktion angemessen, doch auf eine nachvollziehbare Charakterzeichnung oder gar eine Prise Humor im Stile beispielsweise des hervorragenden „Iron Man“ wartet der Kinobesucher in diesen 110 actionreichen Minuten vergeblich.



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