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Nov 2012
02
„Lore“ von Cate Shortland

Frühling anno ’45: Wer sich als Nachgeborener das Ende des Zweiten Weltkriegs vorstellt, an den Holocaust und an ein Land in Trümmern denkt, dem fällt es schwer, seine Fantasie über trostloses Grau hinaus zu hieven. In diesem Film der australischen Regisseurin Cate Shortland („Somersault“) leuchtet die unmittelbare Nachkriegszeit dagegen in bunten Farben; die Aufnahmen von üppigen Wäldern und saftigen Blumenwiesen wirken fast hyperreal.

Im Zentrum steht die 15-jährige Lore (Saskia Rosendahl), indoktrinierte Tochter glühender Nazi-Eltern, die nach dem Untergang des Dritten Reiches um Orientierung ringt. Erst von ihrem Vater und später von der Mutter allein gelassen, soll sie sich mit ihren Geschwistern von Süddeutschland nach Hamburg schlagen, durch ein verheertes Land zwischen Verdrängung und Entsetzen. Erst am Ende kann sie begreifen, welcher menschenverachtenden Ideologie sie aufgesessen war, belogen von jenen, die ihr am nächsten standen. Der Blick auf Deutschland im Jahre Null gelingt, weil Shortland die Initiationsreise des Mädchens pathosfrei und mit vielen Zwischentönen inszeniert und mit Saskia Rosendahl eine vortreffliche Hauptdarstellerin gefunden hat. Sehenswert.

  

Kritikerspiegel Lore



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Carsten Happe
Der Schnitt, Filmgazette
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5.5/10 ★★★★★½☆☆☆☆ 




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