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Jun 2007
07
Kevin Smith: Clerks 2 (USA 2006) (gesehen am 01.06.2007, Pressevorfuehrung, Christian)

Obwohl die DVD in der Originalversion als EU-Import längst im Handel ist, wird der Film hierzulande mit etwas Verspätung am 12. Juli ins Kino gebracht. Ob dieses Wagnis aufgeht? Ich glaube schon. Der Film ist rotzfrech und wird sein Publikum finden.

Rückblick. Clerks, die Ladenhüter, eine 27 tsd Dollar Schwarz-weiß-Produktion aus den USA fand 1994 über Umwege den Weg in den Verleih. Der Film kam ohne eine erkennbare Dramaturgie, ohne Spannungsbogen aus. Zwei Ladenhüter, Dante und Randal, unterhalten sich über Alltägliches und Unsinniges. Der Film kam so gut an, dass er schnell das Prädikat `Kult` erhielt und weltweit über 10 Mio. Dollar einspielte. Der junge Regisseur Kevin Smith, der in seinem Film einen wenig gesprächigen Passanten namens Silent Bob spielte, wurde von vielen Seiten gedrängt, rasch einen Nachfolger zu drehen. Doch Smith entwickelte zunächst Projekte, die ihm mehr am Herzen lagen, wie zum Beispiel `Chasing Amy` (1997), `Dogma` (1999) oder `Jersey Girl` (2004).

12 Jahre später hat Regisseur und Drehbuchautor Kevin Smith das Drehbuch zu seinem zweiten Teil von Clerks fertig gestellt. Es setzt dort an, wo Teil 1 endete (natürlich in schwarz-weiß), vor dem Quick Stop, einer Art Tante-Emma-Laden an der Straße. Als Dante Hicks (Brian O´Halloran) wie jeden Morgen seinen Laden aufschließt, muss er hilflos mitansehen, wie sein Laden sprichwörtlich in Flammen aufgeht. Die Flammen sind feuerrot, der Film von nun an in Farbe. Nach wenigen Schnitten sind die beiden Freunde Dante und Randal in einer Fast-Food-Kette angestellt, in der sich weit mehr Freaks tummeln, als den beiden lieb ist.

Clerks 2 knüpft nahtlos an den grandiosen ersten Teil an. Die beiden Ladenhüter sind zwar älter geworden, aber deshalb noch lange nicht reifer, kundenfreundlicher oder politisch korrekter. Leider fehlt es dem zweiten Teil etwas an `Verve`. Vieles wirkt wie zusammengestückelt. Doch einige Szenen, allen voran eine Überraschung mit einem liebestollen Esel, entschädigen für die nicht immer stimmige Inszenierung und sorgen für reichlich Lach- und auch Kultpotential.



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