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junge Karl Marx, Der

Bevor Karl Marx zur steinernen Rauschebart-Ikone des Kommunismus wurde, war er ein idealistischer junger Philosoph, der soff, rauchte, viel mit seiner adligen Frau Jenny schlief und in Spelunken der Revolution entgegentheoretisierte. Mit viel Hegel im Gepäck. Der haitianische Regisseur Raoul Peck („Lumumba“) zeigt diesen jungen Marx, der mit Mitte zwanzig seinen Job als Autor der Rheinischen Zeitung verliert und im Pariser Exil auf seinen Mitstreiter Friedrich Engels trifft.

Letztere hat als Fabrikantensohn einen guten Einblick in den menschenverachtenden Manchester-Kapitalismus. Zwischen Paris, Brüssel und London nehmen die beiden Anlauf, um dann im Revolutionsjahr 1848 ihr epochales „Kommunistisches Manifest“ zu schreiben. Als Stalinismus und Stasi wüteten, waren sie längst tot.

Obwohl August Diehl (Marx), Stefan Konarske (Engels) und Vicky Krieps (Jenny) viel Leidenschaft mitbringen, enttäuscht der biedere Ausstattungsrealismus des Films. Zylinder und Kunstbärte sind schick, doch der Plot erinnert an Schulfunk. Marx´ Konkurrenten von Proudhon bis Weitling werden brav abgehakt, am Ende wird es fast belehrend. Der revolutionäre Geist überträgt sich so nicht.

 

Kritikerspiegel Der junge Karl Marx



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5.5/10 ★★★★★½☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du im monatlichen Kritikerspiegel.



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