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Dez 2009
13
Joseph Vilsmaier: Nanga Parbat (Deutschland 2009) (gesehen am 11.12.2009 in Münster, Preview, Christian)

Nachdem die ersten Worte für die Rezension zu James Camerons „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ auf der Rückfahrt aus Düsseldorf im Zug in meinem Kopf herum geisterten, war ich erleichtert, dass ich zuvor ein Video-Interview mit Jack Ketchum und Andy van Houten zu ihrem Film „Beutegier“ erfolgreich fertig geschnitten und an an das Online-Portal Filmstarts.de verschickt hatte. Eine Erleichterung, die nur noch von der nächsten Vorfreude auf ein Interview abgelöst werden konnte. Denn am Abend hatte ich mich für ein Interview mit Joseph Vilsmaier und die Premiere seines neuen Bergsteiger-Dramas „Nanga Parbat“ angemeldet.

Nach der Kritik zum 3-D Indianer-Ökothriller-Western von Cameron ging es ins Cineplex zu Joseph Vilsmaier. Der bärtige Bayer war an diesem Tag aus Freiburg angereist, wo er erstmals seinen neuen Film „Nanga Parbat“ dem Publikum vorgestellt hatte. Die Stimmung war gelöst, Vilsmaier hatte eine nette Repräsentantin eines Sponsors und einen jungen aber erfahrenen Bergsteiger mitgebracht. Insgesamt ein schlagfertiges Team, das alle Fragen zum Film beantworten konnte. Selbst die, ob man den Tatsachen, die mit einer Kino-Auswertung ihren finiten Charakter bekommen und die hier erzählt werden (Absturz des Bruders von Reinhold Messner am Nanga Parbat 1970) ohne Zweifel Glauben schenken darf. Vilsmaier reagierte hier besonders ausführlich.

Sein Film ist – ohne Wohlwollen – eine kleine Enttäuschung. Das Talent des ehemaligen Kameramannes (`Auf Achse`) scheint nach Filmen wie „Herbstmilch“ oder vielleicht auch noch „Comedian Harmonists“ aufgebraucht. Bereits sein letzter Film „Der letzte Zug“ war eine Frechheit, „Nanga Parbat“ ist ein knapp 3 Millionen Euro teures Bergsteiger-Urlaubsvideo aus Pakistan. Abgesehen von Florian Stetter in der Rolle des Reinhold Messner (Messner war übrigens am Drehbuch beteiligt!) wirken die Darsteller fehlbesetzt und unterfordert. Da konnten selbst die teilweise beeindruckenden Luftaufnahmen vom Parbat und aus den tiroler Alpen nicht mehr viel retten. Schade. Immerhin gab es ein ehrliches Interview mit dem Regisseur (das auf Echo-Muenster.de zu lesen ist) und ein kleines Präsent vom Sponsor zum Abschluss. Egal. Dieser Tag konnte trotz des schlechten Films gar nicht schlecht enden.

Der Film „Nanga Parbat“ läuft am 14. Januar 2010 bundesweit in den Kinos an.



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