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Jul 2006
10
Jason Reitman: Thank you for Smoking (USA 2005) (gesehen am 11.07.2006, Pressevorführung, Christian)

Nick Naylor (Aaron Eckhart) ist ein Ass in seinem Job. Er arbeitet als Lobbyist für die Tabakindustrie und hier als PR-Manager für ein ominöses Institut zur Erforschung des Tabakkonsums. Ein Studium hat er nicht. Er ist, wie er selbst behauptet, „der Typ, der früher die Frauen abgekriegt hat“. Wohl aber ist Nick der festen Ansicht, dass jede Person, jede Firma und jede Einrichtung einen Verteidiger verdient hat, unabhängig davon, wie schlimm begangene Straftaten oder verursachte Schäden durch eigens hergestellte Produkte sind.

Wegen seines Jobs sieht sich Nick Naylor jeden Tag neuen Anfeindungen konfrontiert. Sogar gegenüber seiner Ex-Frau. Bei einem Auftritt vor der Schulklasse seines Sohnes hofft dieser, dass ihn der Vater nicht seiner Kindheit beraubt. Eine köstliche Szene, wie der überragend aalglatte Aaron Eckhart vor den Augen seines Sohnes versucht, den Mitschülern den eigenen Job zu erklären, den andere nicht einmal für ein Millionengehalt ausüben würden. Die ständigen Anfeindungen haben Nick Naylor stark gemacht, ein schlechtes Gewissen hat er nicht.

Sein neuester Auftrag ist jedoch eine harte Nummer. Naylor muss den liberalen Senator Finistirre (William H. Macy) stoppen, der ein Gesetz erlassen will, dass jede Zigarettenschachtel ein Totenkopfsymbol zieren muss.

Diese satirische Komödie von Regisseur und Autor Jason Reitman, übrigens der Sohn von Komödienspezialist Ivan Reitman („Ghostbusters“, „Kindergarten Cop“, „Dave“), steht und fällt mit seinem überragenden Hauptdarsteller und den hervorragend besetzten Nebendarstellern. Die aktuelle Anti-Raucher-Kampagne des amerikanischen Gesundheitsministeriums hat sich Reitman als Ausgangssituation für eine lockere Komödie mit satirischem Unterton ausgesucht, die hier ganz anders als beispielsweise Paul Weitz´ „American Dreamz“, sehr viel länger in den Köpfen der Kinozuschauer hängen bleiben dürfte.



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