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Mai 2011
24
Jake Scott: Willkommen bei den Rileys (USA 2010), gesehen am 22.05.2011, Cinema Münster

Vorher zu viel über einen Film zu wissen, kann das Sehvergnügen beim Film beeinflussen. Selten wurde mir ein eindrucksvollerer Beweis für diese These geliefert als bei „Willkommen bei den Rileys“. Ich wußte über den Regisseur schlichtweg garnichts. Weder etwas über den Inhalt noch andere Meinungen von Filmfans hatte ich zuvor gehört oder gelesen. Ich wollte das Filmvergnügen pur. Unbeeinflusst. OK.., ich kannte die Darsteller. James Gandolfini aus der phantastischen Serie „Sopranos“, Kristen Stewart aus „Into the Wild“, „Panic Room“ und, ja, auch aus den „Twilight“-Filmen. Und na klar, Melissa Leo, aus Frozen River. Aber das war´s. Mehr wollte ich nicht wissen. Und das war gut so! Schließlich kann ein junger Regisseur (Jahrgang 1965) mit so einem Cast normalerweise nur scheitern. Es sei denn…

… wenn man seinen Darstellern sehr viel Raum für die eigene Interpretation der Figur läßt, so wie hier eindrucksvoll zu sehen. Die Rileys (Lois: Melissa Leo und Doug: James Gandolfini) leben in Indianapolis. Ihre einzige Tochter ist vor acht Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Und die Trauer hängt wie eine dunkle Wolke über ihrem schönen Haus. Willkommen, wie uns die Kamera in einer schönen Fahrt weg von einem einladenden Schild auf dem Garagentor weißmachen will, ist bei den Rileys schon lange keiner mehr. Lois traut sich seit Jahren nicht mehr aus dem Haus und Doug hat eine Freundin, die er jede Woche besucht. Während einer Geschäftsreise nach New Orleans lernt der deprimierte Doug die junge Stripperin Mallory (Kristen Stewart) kennen, die ihn an seine tote Tochter erinnert. Doug bleibt bei Mallory und zieht in ihr Haus ein. Er hat das Gefühl, sich um sie kümmern zu müssen. Als Lois davon erfährt, macht sie sich im Auto auf den weiten Weg und will Doug zur Rede stellen.

Kann mir jemand ein wirklich gutes Trauerdrama nennen? Nein? Hier ist es! Auch wenn die ein oder andere Volte des Drehbuchs etwas konstruiert wirkt, fühlt sich der Zuschauer durch das eindringliche Spiel der drei Darsteller mehr als entschädigt. Die herausragenden Schauspieler verkörpern ihre Figuren mit einer entwaffnenden Menschlichkeit. Jede noch so gefährliche inszenatorische Fallgrube wird gekonnt umschifft. Und die Bilder von Christopher Soos sorgen ein ums andere Mal für Kribbeln auf der Haut und Tränen in den Augen. Klasse! Aber hätte ich genauso entschieden, wenn ich gewusst hätte, dass Jake Scott der Sohn von Ridley Scott und der Neffe von Tony Scott ist? Ich weiß es nicht.



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Eure Kritiken zu Jake Scott: Willkommen bei den Rileys (USA 2010), gesehen am 22.05.2011, Cinema Münster

  1. caroba

    diese film ist hammer…..kristen habe ich immer geliebt, abet seit diesem film sind auch melissa und james g. meine lieblings

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