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Mai 2013
13
„Hanni und Nanni 3“ von Dagmar Seume

Originäres Kinder- und Jugendkino jenseits lukrativ verfilmbarer Bestseller-Verfilmungen muss man nicht nur in Deutschland seit langer Zeit mit der Lupe suchen. Was als erfolgreiche Marke nicht schon längst etabliert ist, hat keine Chance auf Kino-Umsetzung, und wenn doch, geht es meistens unter. Da passt es ins Bild, dass es inzwischen selbst knochenbrechend mittelmäßiges Backfischbeglückungskino wie „Hanni und Nanni 2“ auf die Nominierungslisten des Deutschen Filmpreises schafft.

Aber weil auch deutsche Filmproduzenten die Tonne so lange rausstellen müssen, wie es Euro-Noten regnet, schicken sie binnen Jahresfrist gleich die nächste Episode jener Internatsabenteuer hinterher, die mit Enid Blytons Buchvorlagen aus dem Zweiten Weltkrieg nur noch wenig bis garnichts zu tun haben. Das titelgebende Zwillingspaar (Jana und Sophia Münster) bekommt es, inszeniert von „Danni Lowinski“-Regisseurin Dagmar Seume, diesmal mit einer ganzen Busladung englischer (mysteriöserweise aber perfekt deutsch sprechender) Austauschschüler zu tun und findet sich erstmals in einem zart angedeuteten Liebes- und Eifersuchtsdreieck wieder.

Hannelore Elsner, Barbara Schöneberger und – forciert krachledern – Katharina Thalbach sind in den bunt zusammengewürfelten Geschichtchen rund ums Internat Lindenhof erneut mit von der Partie, neben ihnen spukt diesmal noch Konstantin Wecker herum. Der Mädelszielgruppe mag das im Anschluss zwei, drei routinierte Facebook-Postings wert sein; der Rest gönnt sich ein erholsames Stündchen Kinoschlaf oder denkt sich: Beruhigend, wie brav die Jugend geworden ist.

  

 



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