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Mai 2007
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Gore Verbinski: Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt (USA 2007)
| Ohr mp3-Kommentar (gesehen am 21.05.2007, Pressevorführung, Christian)

Bauchschmerzen, Aufregung, Schlaflosigkeit. Und das vor einer Filmpremiere. Aufregung? Zugegeben, das ist doch etwas übertrieben. Dennoch muss ich gestehen, dass ich mich wie ein kleines Kind auf die Vorführung des dritten Teils von „Fluch der Karibik“ gefreut habe. Oder sollte ich jetzt besser schreiben auf die Vorführung von „Pirates of the Caribbean“? Der dritte Teil will ein eigener Film sein. Ist er aber nicht. Und das bricht ihm letztendlich das Genick.

Im letzten Teil der Piratensaga von Gore Verbinski fügt sich zusammen, was zusammen gehört. Aber das müsste von vornherein jedem klar gewesen sein. Von viel größerem Interesse ist zunächst die Antwort auf die Frage: „Wie konnte Johnny Depp alias Captain Jack Sparrow den Untergang seines Schiffes (in Teil 2) überleben?“ Einfache Antwort: Muss er gar nicht. Er steht von den Toten wieder auf. Und seine Crew hilft ihm dabei. Für diese Rettungsaktion begibt sich das Team, angeführt vom großartigen Geoffrey Rush, in das Reich der Toten. Und das ist bei den Piraten natürlich eine Reise in die Wüste. Oder an das titelgebende „Ende der Welt“. Nach einer aufrüttelnden Einführung, in der Regisseur Verbinski nicht einmal vor der Darstellung einer Exekution eines kleinen Piratenjungen zurückschreckt, wird die Geschichte etwas surreal. Jack Sparrow entkommt in einer Salzwüste nur knapp seinem eigenen (kompletten) Wahnsinn. Einige hundert Steinkrebse transportieren ihn samt Schiff ins weit entfernt gelegene Meer. Salvadore Dali lässt grüßen.

Nach dieser Rettungsaktion geht es Schlag auf Schlag. Im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Keilerei jagt die nächste. Das Drehbuch schlägt Haken im Minutentakt. Figuren werden eingeführt (Chow Yun-Fat), um im nächsten Moment sofort wieder von Board geworfen zu werden. Langweilig wird dem Zuschauer hier sicher nicht. Die 170 Minuten Spielzeit vergehen wie im Fluge. Keith Richards bekommt seinen Kurzauftritt, der wirklich enttäuschend kurz ist. Und am Ende wird natürlich alles gut. Spätestens dann ist Zeit zum Durchschnaufen.

Das alles gleicht doch sehr einer Jahrmarktattraktion? Stimmt. Nichts anderes ist „Pirates of the Caribbean“: Eine nie langweilige, filmgewordene Themenparkattraktion mit viel Schauwert und wenig Inhalt. Während der erste Teil noch witzig und der zweite noch ein wenig spannend war, ist der dritte `nur` noch ein wenig aufregend.



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