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Jun 2013
08
„Frohes Schaffen“ von Konstantin Faigle

Der Untertitel verrät das Ziel dieses unterhaltsamen Dokumentarfilms: „Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral“. Regisseur Konstantin Faigle („Die große Depression“) blickt auf die Burnout-Gesellschaft unserer Tage, die „Arbeit“ zum Fetisch, zum Selbstzweck, mitunter gar zum Religionsersatz erhoben hat, und plädiert für mehr Müßiggang. Dazu spricht er vor der Kamera mit Soziologen, Psychologen und Ökonomen (zum Beispiel Jeremy Rifkin), diskutiert er das vielerorts geforderte „bedingungslose Grundeinkommen“, besucht er absurde Wiedereingliederungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose (Kunden und Angestellte eines Test-Supermarkts in Hamburg) und fragt er schließlich, ob es nicht noch andere Wertsysteme geben könnte als solche, die sich über Arbeit definieren. Und wann gilt Arbeit eigentlich als Arbeit?

Das alles ist trotz des Untertitels gar nicht mal allzu polemisch und trotz der fernseh-ästhetischen Inszenierungsweise erhellend geraten – einzig die allweil eingestreuten Spielszenen irritieren, in denen vom Rentner über die Powerfrau bis zum Ausgebrannten alle Protagonisten der Arbeitswelt einen nicht immer pointierten Auftritt haben.

  



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