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Aug 2014
11
„Fräulein Else“ von Anna Martinetz am Sonntagabend

Sonntagabend. Nicht meine Kino-Zeit. Aber der Plot des Films „Fräulein Else“, über den ich noch nichts gelesen oder gehört hatte, machte mich neugierig. Eine Schnitzler-Adaption. Eine Monolog-Novelle von 1924. Und diese im Hier und Jetzt? Mutig. Und Arthur Schnitzler? Da war doch mal was? Neu-Interpretationen von weltbekannter Literatur im Setting der Gegenwart. Genau. Kubrick. „Eyes Wide Shut“. In meinen Augen ein Meisterwerk. Aber im Fall von Anna Martinetz´ Schnitzler-Verfilmung handelt es sich um eine Adaption im Sprach-Duktus des Originals. Können auch auf der Leinwand funktionieren. Oder eben auch nicht. Fans von Baz Luhrmann („Romeo and Juliet“) oder Joss Whedon („Viel Lärm..“) werden mir da vielleicht beipflichten.

Die junge Hochschulabsolventin Anna Martinetz ist ohne Zweifel ein Fan von Schnitzler als auch von Kubrick. Warum also nicht die gleichnamige Schnitzler-Novelle für´s Kino adaptieren? So verlegt die junge HFF-Absolventin aus München die Handlung von Österreich nach Indien und erzählt die Geschichte der Anwalts-Tochter Else (Korinna Krauss), die ihrem hochverschuldeten Vater unter die Arme greift, indem sie sich gegen Geld einem befreundeten Geschäftspartner nackt zeigt, im Duktus des Originals.

Leider darf man aber auch bei einer Absolventin über zahlreiche Fehler wie einer falschen Besetzung der Hauptfigur, unpassenden Bildern (auch der inneren Zerrissenheit) sowie phlegmatischen Blicken und unzeitgemäßen Moralvorstellungen nicht hinwegsehen. Fehler, die hier passiert sind. Somit bleibt die Empfehlung aus. Wäre also auch an diesem Abend die Tatort-Wiederholung die bessere Alternative gewesen. Wieder einmal.

 




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