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Aug 2012
10
„Entre Les Bras“ von Paul Lacoste

Ich muss es erst einmal dem Chef zeigen“ freut sich Sébastian Bras über seine neueste kulinarische Kreation. Auf das Urteil des „Chefs“, der auch sein Vater ist, ist Sébastian besonders gespannt. Denn Vater Michel Bras ist der berühmte Dreisternekoch und Inhaber eines der besten Restaurants der Welt, das „Bras“ in der südwestfranzösichen Region Aubrac. Sohn Sébastian, der 15 Jahre in der Küche seines mittlerweile 64-jährigen Vaters gekocht hat, soll bald die Leitung des Feinschmeckertempels übernehmen. Die Dokumentation von Paul Lacoste begleitet Vater und Sohn in der Zeit des Übergangs. Über ein Jahr hat der Restaurantkritiker, Filmemacher und Freund der Familie Paul Lacoste den beiden über die Schulter geschaut, nicht nur in der Küche, sondern auch bei gemeinsamen Besuchen ihres zweiten Restaurants in Japan oder beim Bar-Besuch mit Freunden.

Weil seine beiden Helden alles andere als selbstverliebte Alpha-Tiere sind, stellt Lecoste nicht die Arbeit in der Großküche des Restaurants ins Zentrum, vielmehr bleibt die Kamera ein stiller Zuschauer und Begleiter über einen streng definierten Zeitraum. Aufnahmen von der atemberaubenden Landschaft in der Region Aubrac, Gespräche mit den Großeltern, den Ehefrauen sowie einigen Sternekoch-Kollegen wurden geschickt aufeinander abgestimmt und abgechmeckt, folgen dem Kreislauf eines Jahres und dürften trotz der fehlenden journalistischen Distanz nicht nur Haute-Cuisine-Kostverächter munden. Ein Wohlfühl-Personenporträt, das ein wenig an Corinna Belz´ „Gerhard Richter Painting“ erinnert aber viel mehr Lust auf´s Kochen und gute Küche macht.

  



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